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Daniel Böhm ist im Weltcup noch ohne Einzelsieg © getty

Bislang ist Daniel Böhm bei der WM in Khanty Mansiysk nur Zuschauer. Doch beim Einzelrennen soll seine große Stunde schlagen.

München/Khanty Mansiysk - Lang sind die Tage in der sibirischen Kälte für Daniel Böhm.

Training, Regeneration, ein bisschen lesen, mal einen Film gucken, mit den Kollegen reden.

Einzige Abwechslung sind die Launen seines Zimmernachbarn Christoph Stephan und die Besuche von dessen Freundin Sabrina Buchholz.

Entsprechend brennt Böhm auf seinen ersten Einsatz bei der Biathlon-WM in Khanty Mansiysk (ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) im Einzelrennen über 20 Kilometer.

Zusammen mit Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer, Michael Greis und Andreas Birnbacher geht Böhm auf Medaillenjagd.

Auf Dienstag fokussiert

"Es ist schon schwierig. Wenn man sieht, wie die anderen unterwegs sind und die Startnummern umhaben, möchte man auch schon gerne dabei sein. Ich habe mich ganz auf den Dienstag fokussiert, das wird mein Tag", sagte Böhm.

Außergewöhnlich ist die Zimmer-Kombination mit dem eher introvertierten Böhm und dem extrovertierten Tattoo-Fan Stephan.

"Wir kennen uns schon lange, das passt schon", sagte Böhm, der seinem Kumpel auch mal ein bisschen Freiraum lässt: "Dann geh ich halt zur Massage."

Krankheit wirft Böhm zurück

Der 24-jährige Böhm war erst in der zweiten Saisonhälfte aufgrund einiger Ausfälle ins deutsche Weltcup-Team gerutscht.

Dafür sicherte er sich relativ schnell das WM-Ticket mit zwei Top-15-Platzierungen in Ruhpolding und überzeugte vor allem als Fünfter im Sprint von Fort Kent/USA, der letzten Weltcup-Station vor der WM.

In Khanty Mansiysk bekam dann allerdings Christoph Stephan den Vorzug im Sprint. "Das war im Vorfeld so abgesprochen. Ich war nach Amerika eine Woche krank und kam danach auch schwer wieder in Gang. Von daher war es gut, auch diese paar Tage mehr zu haben", sagte Böhm.

Ziel sind die Top Ten

Bei seiner WM-Premiere will Böhm, der wie Weltmeister Peiffer aus dem Harz stammt, auf der deutschen Erfolgswelle mitschwimmen.

"Die Stimmung im Team ist super. Vor allem die Erfolge im Männerbereich waren ja so nicht zu erwarten", sagte Böhm.

Mindestens die Top Ten angreifen, das ist das erste Ziel von Böhm, und "wenn es perfekt läuft, geht es vielleicht noch ein Stück weiter nach vorne".

Häufiges Fotomotiv

Dann könnte Böhm auch noch ein bisschen in der Gunst der russischen Fans steigen: "Man merkt natürlich, dass die Menschen hier Biathlon-Fanatiker sind. Vor dem Speisesaal stehen immer eine ganze Menge Leute, die Fotos machen wollen. Da ist es fast egal, wer da kommt, Hauptsache, er hat eine Teamjacke an."

Noch besser wäre natürlich eine Medaille um den Hals. Damit würde sich der Newcomer unter den deutschen Skijägern auch in der Heimat einen Namen machen.

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