vergrößernverkleinern
Magdalena Neuner holte bei der Biathlon-WM bisher eine Gold- und eine Silbermedaille © getty

Bei SPORT1 erklärt Magdalena Neuner ihr Rezept gegen die sibirische Kälte - und warum sie längst noch nicht satt ist.

Von Jakob Gajdzik und Rainer Nachtwey

München/Khanty Mansiysk - Magdalena Neuner muss in diesen Tagen mehr kämpfen als sie es gewohnt ist.

Bei der WM in Khanty Mansiysk sind nicht nur andere Skijägerinnen ihre Gegner - sondern auch die sibirische Kälte.

Die hat Deutschlands Biathlon-Aushängeschild zwar nicht vom Gewinn der ersten Goldmedaille und zweier Silberplaketten abgehalten. Aber im Gespräch mit SPORT1 gibt Neuner offen zu, dass sie mit den Bedingungen zu kämpfen hat.

"Man muss sich wahnsinnig einpacken", so Neuner, die sich bei den Rennen mit einem pinken Tape um Nase und Wangen vor Erfrierungen schützt: "Aber es hilft nichts. Man muss sich wärmer anziehen, einfach noch eine Schicht drüberlegen. Aber fünf oder zehn Grad mehr wären natürlich schöner."359851(DIASHOW: Die Bilder der WM).

Massenstart-Gold im Visier

Die Kälte soll sie aber nicht davon abhalten das nächste Edelmetall abzugreifen.

Die Chance bietet sich beim Massenstart am Samstag (ab 12.15 Uhr im LIVE-TICKER), eine Disziplin die ihr liegt und in der sie auch bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver eine Goldmedaille gewann.

Dementsprechend gibt sich Neuner optimistisch: "Ich mag es, wenn ich meine Konkurrentinnen vor oder hinter mir habe. Gerade auf der letzten Runde kann ich meinen Kämpferinstinkt noch auspacken."

Ärger über den Wind

Dass es jedoch nicht komplett in ihrer Hand liegt weiß sie ebenfalls: "Ich hoffe, dass die Bedingungen besser werden, dass wir nicht mehr diesen Sturm haben, dann freue ich mich."

Beim Einzelrennen am vergangenen Mittwoch war ihr das Wetter im Wege: "Die Bedingungen waren nicht wirklich regulär" sagte die zweifache Olympiasiegerin zu dem Rennen, das sie als Fünfte beendete. (DATENCENTER: Biathlon 2010/11)

Der Hauptgrund für das Verpassen einer Medaille waren fünf "Fahrkarten" am Schießstand, was auch dem starken Wind in Khanty Mansiysk anzukreiden war. In der Loipe gab Neuner wie so oft eine klasse Figur ab.

Satt? Von wegen

"Ich denke an der Laufleistung sieht man, dass die Spannung definitiv noch da ist", betont Neuner.

Es ist ein Hinweis gegen den Verdacht, dass Neuner nach Gold im Sprint und Silber in der Mixedstaffel und der Verfolgung schon zu satt ist, um noch nachzulegen.

"Im Gegenteil", meint Neuner: "Ich bin eigentlich super motiviert von den Medaillen und angespornt, weiter zu fahren."

2012 Heimspiel für Neuner und Co.

Verlockend ist für Neuner auch schon die Aussicht auf die nächste WM - ohne sibirische Bedingungen.

Die findet nämlich vom 29. Februar bis 11. März 2012 im heimischen Ruhpolding statt. Heimspiel für Neuner und Co. also.

"Ich freue mich total. Nach der WM werde ich sehr, sehr hart dafür trainieren. Ich denke es wird eine schöne WM und ich hoffe, dass sie für mich auch erfolgreich wird", blickt "Gold-Lena" bereits voraus.

Zukunftsmusik. Noch müssen die Biathletinnen weiterhin im Eisschrank Khanty Mansiysk um Edelmetall kämpfen. Und bei einer weitere Medaille am Samstag wird kein Gesichtstape der Welt Neuners Strahlen verbergen können.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel