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Tina Bachmann gewann 2008 in Nove Mesto die Silbermedaille mit der Staffel © getty

Mit ihrem WM-Debüt überrascht Tina Bachmann mit der Silbermedaille im Einzel. Das Geheimnis ihres Erfolgs ist ein ungewöhnliches.

Khanty Mansiysk - Socken sind ein Teil ihres Erfolgsgeheimnisses.

Tina Bachmann strickt sie - und findet dabei zu sich selbst. Nach einem Winter voller Rückschläge suchte die 24-Jährige einen Ausweg aus der Krise.

Gefunden hat sie die Lösung außerhalb des Sports. Beim Stricken, beim Lesen, beim Rätsel knacken.

Der Abstand tat der Perfektionistin gut und wurde belohnt. Mit der Silbermedaille im WM-Einzel im russischen Khanty Mansiysk. (DATENCENTER: Biathlon 2010/11)

"Ich habe gemerkt, dass ich besser abschalten kann und mich mehr entspannen kann, wenn ich nicht den ganzen Tag den Fokus auf den Sport gelegt habe", so Bachmann.

"Habe dieses Jahr viel dazugelernt"

"Ich habe dieses Jahr wieder viel dazugelernt, weil es gerade nicht so lief. Es ist nicht das aufgegangen, was ich mir vorgenommen hatte", führte die Biathletin, die seit zwei Jahren auch mit einem Mentaltrainer arbeitet, aus.

Also fing sie wieder mit Stricken und Lesen ("leichte Kost") an, kaufte sich ein Rätselbuch.

Nach einem tollen Weltcup-Auftakt mit Platz vier im Sprint im schwedischen Östersund quälte sich Bachmann mit mäßigen Leistungen durch den Winter.

Defizite am Schießstand

Vor allem am Schießstand versagten der 1,83 m langen Polizeimeisterin immer wieder die Nerven. "Ich habe zu viel nachgedacht, wollte es halt besonders gut machen. Und der Uwe (Bundestrainer Müssiggang, d.R.) sagt immer so schön: Aus Kampf wird Krampf", sagte Bachmann.

Aber rechtzeitig zu ihrer WM-Premiere ging der Knoten bei Bachmann auf.

In einer Windlotterie bei zweistelligen Minusgraden erwies sich Bachmann als absolut nervenstark. 359851(DIASHOW: Die Bilder der WM).

Aus dem Windschatten nach vorn

"Man musste sehr, sehr aufmerksam sein. Beim Stehendschießen hatte ich Glück, im Windschatten anderer Athletinnen zu stehen. Ich letzten Schießen ist es mir gelungen, alles auszublenden", sagte Bachmann, die vor zwei Jahren ebenfalls in Khanty Mansiysk überraschend ihren ersten Weltcupsieg im Sprint gefeiert hatte.

Wie damals konnte Bachmann kurz nach dem Rennen ihr Glück kaum fassen: "Wenn ich aufwache, werde ich mich wahrscheinlich mal kneifen, auf meinen Nachtschrank schauen und denken: Mensch, da liegt sie ja immer noch, die Medaille", sagte Bachmann.

Hoffnung auf Staffel-Einsatz

Neben dem Massenstart hat die Vizeweltmeisterin jetzt auch die Staffel ins Auge gefasst: "Ich denke, dass ich mich damit auch angeboten habe."

Es wird also fleißig an der nächsten Medaille gestrickt.

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