vergrößernverkleinern
Magdalena Neuner gewann mit der Staffel ihre 10. Goldmedaille © getty

Die Olympiasiegerin holt auf der Schlussrunde eine Minute auf und krönt sich zur erfolgreichsten WM-Teilnehmerin aller Zeiten.

Khanty Mansiysk - Gestandene Männer und junge Frauen hatten Tränen in den Augen, als Magdalena Neuner innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal Biathlon-Geschichte schrieb. 359851(DIASHOW: Die Bilder der WM)

Die Doppel-Olympiasiegerin führte die deutsche Staffel mit einer grandiosen Aufholjagd zur Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften im russischen Chanty Mansijsk und krönte sich mit ihrem zehnten Titelgewinn zur erfolgreichsten WM-Biathletin der Geschichte.

Insgesamt holte Neuner in Sibirien drei Gold- und zwei Silbermedaillen (DATENCENTER: Biathlon 2010/11).

Eine Staffel für die Geschichte

"Das Rennen geht in die Geschichte ein. Das war Wahsinn", sagte Neuner: "Ich hatte noch nie so viel Kampfgeist. Ich hab beim Laufen geschrien, weil es so weh tat."

Geschrien und gelacht: "Ich musste mich schon in der Abfahrt freuen. Ich habe nur noch gelacht und gegrinst, weil es so cool war." Medaillenwertung

Auch Frauen-Trainer Gerald Hönig strahlte über das ganze Gesicht. "So was habe ich in der Deutlichkeit und Souveränität noch nicht erlebt. Bei den vielen Nachladern war es eine überragende Laufleistung der gesamten Staffel", sagte Hönig: "Das war eine sehr starke WM von uns."

Siebtes Staffel-Gold für DSV

Nach den eher durchwachsenen Leistungen von Andrea Henkel, Miriam Gössner und Tina Bachmann war die 24 Jahre alte Neuner nach zwei Strafrunden und zwölf Nachladern mit 67,5 Sekunden Rückstand auf die führende Ukraine ins Rennen gegangen.

Trotzdem reichte es zum siebten Staffel-Titel für ein deutsches Quartett bei einer WM.

Die Ukraine gewann Silber vor Frankreich.

"Das gibt's doch gar nicht"

Startläuferin Henkel ließ erneut die gewohnte Sicherheit am Schießstand vermissen, überzeugte aber in der Loipe und übergab letztlich mit drei Nachladern als Dritte an Gössner.

"Liegend hab ich mir zuerst gedacht, das gibts doch gar nicht. Ich weiß nicht, warum ich die ganze Zeit mit den Bedingungen am Schießstand nicht zurechtgekommen bin. Die Bedingungen sind eigentlich gar nicht schlecht", sagte die 33-Jährige.

Zwei Strafrunden für Gössner

Einen schwarzen Tag erwischte die 20-jährige Gössner. Nach zwei Nachladern im Liegendschießen wackelte die Garmischerin im Wind beim Stehendanschlag und ließ insgesamt zwei Scheiben stehen.

Trotz der beiden Strafrunden kam Gössner als Vierte zum Wechsel.

"Es tut mir total leid. Ich war so aufgeregt und wollte alles perfekt machen, aber es hat nicht geklappt. Der Respekt war sehr groß", sagte Gössner.

Vize-Weltmeisterin Tina Bachmann musste auch viermal nachladen und verlor noch einmal gut 15 Sekunden auf die Spitze.

Perfektes Stehendschießen

Dafür hatte Neuner einen ganz starken Tag erwischt.

Nach nur einem Nachlader im Liegendanschlag und einem perfekten Stehendschießen setzte die Sprint- und Massenstartweltmeisterin von Khanty Mansiysk die vor ihr laufende Oksana Khvostenko mit einer überragenden Laufleistung noch einmal gewaltig unter Druck und überholte sie schließlich locker auf der Schlussrunde.

Der Rest war Freude pur.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel