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Magdalena Neuner gewann bei der WM in Khanty Mansiysk drei Goldmedaillen © getty

Magdalena Neuner will trotz Handicaps die Spitzenposition in der Gesamtwertung erobern. Die Spätform ist ihr Faustpfand.

Oslo - Bewaffnet mit einer Mütze voll Schlaf, homöopathischen Hustentropfen und einer Magnetfeldmatte zieht Biathlon-Königin Magdalena Neuner in den entscheidenden Kampf um die Krone im Gesamtweltcup.

Größter Gegner der zehnmaligen Weltmeisterin vor den beiden letzten Saisonrennen am Holmenkollen in Oslo ist ein hartnäckiger Husten, den die 24 Jahre alte Skijägerin von ihrem Triumphzug bei den Titelkämpfen im kalten Sibirien mitgebracht hat.

Trotz des Handicaps bleibt die Doppel-Olympaisiegerin tiefenentspannt.

"Ich will unter die ersten Drei kommen. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt. Lassen wir uns überraschen", sagte Neuner.

Als Führende in die Verfolgung

Zum Auftakt des Weltcupfinales in der Wiege des nordischen Skisports hatte sie souverän den Sprint gewonnen und geht damit auch als Führende in das Verfolgungsrennen am Samstag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: Biathlon 2010/11)

In Neuners Lieblingsdisziplin Massenstart fällt dann am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) die endgültige Entscheidung im Kampf um die große Kristallkugel.

Noch führt die finnische Verfolgungs-Weltmeisterin Kaisa Mäkäräinen die Gesamtwertung mit 936 Punkten an.

Doch Neuner, die insgesamt vier Saison-Rennen wegen Krankheit verpasst hatte, kann sich mit 914 Punkten wieder große Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung machen.

Angriff auf das Triple

In diesem Winter gibt es im Gegensatz zu den Vorjahren keine Streichresultate, ein Sieg bringt 60 Punkte. Für die Wallgauerin wäre es nach 2008 und 2010 der dritte Triumph im Gesamtweltcup.

Neben Neuner und Mäkäräinen melden aber auch noch die schwedische Einzel-Weltmeisterin Helena Ekholm (910 Punkte) und die Norwegerin Tora Berger (904) Ansprüche auf die Krone an.

Dagegen ist Andrea Henkel, die im gelben Leibchen der Führenden zu den Weltmeisterschaften nach Khanty Mansiysk gefahren war, mit 881 Punkten wohl aus dem Rennen.

Spätform spricht für Neuner

Für Neuner spricht vor allem ihre überragende Spätform.

"Mir liegen einfach die Rennen im März, da habe ich schon oft meine besten Resultate erzielte", sagte Neuner. Ganz im Gegensatz offenbar zu Mäkäräinen und Ekholm, denen nach den Plätzen 19 bzw. 38 im Sprint auch im Verfolger herbe Punktverluste drohen.

Berger als lachende Dritte?

Da könnte Berger als Zweite des Sprints schnell die lachende Dritte werden und zur größten Rivalin von "Gold-Lena" avancieren.

Aber wohl nur, wenn Neuner zuvor den Kampf gegen den Husten verlieren sollte.

Denn gegen eine gesunde Magdalena Neuner scheint derzeit kein Kraut gewachsen.

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