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Magdalena Neuner und Arnd Peiffer holten bei der WM Silber mit der Mixed-Staffel © getty

In der nacholympischen Saison erleben die deutschen Biathleten viele Sternstunden. Neuner dringt in neue Sphären vor.

Oslo - Eine große Portion Magdalena Neuner an einem Hauch Arnd Peiffer und einer Prise Andrea Henkel: Fertig ist das Erfolgsrezept der deutschen Biathleten im nacholympischen Winter.

Neben der überragenden Rekordweltmeisterin Neuner, die bei den Weltmeisterschaften in Khanty Mansiysk mit dreimal Gold und zweimal Silber Geschichte schrieb, kristallisierte sich der 24 Jahre alte Sprintweltmeister Peiffer als neue Nummer eins der Männer heraus. 359851(DIASHOW: Die Bilder der WM)

Altmeisterin Henkel war bärenstark im Weltcup, aber glücklos bei der WM. (DATENCENTER: Biathlon 2010/11)

Krankheiten verhindern Gesamtsieg

"Mein Saisonfazit fällt absolut positiv aus. Nach der WM ist sowieso schon alles perfekt gewesen, der Gesamtweltcup wäre nur noch eine Zugabe gewesen", sagte Neuner.

Ausgerechnet in der ersten Saison ohne Streichresultate musste die Doppel-Olympiasiegerin insgesamt fünf Rennen wegen Krankheit absagen. Zu viel, um zum dritten Mal nach 2008 und 2010 den Gesamtweltcup zu gewinnen.

Als Trost blieb der 24-Jährigen neben ihren WM-Titeln Nummer acht, neun und zehn die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Sprint-Wertungen.

Müssiggang zufrieden

Eine überzeugende Bilanz für eine Saison, in die Neuner nach Motivationsproblemen im vergangenen Frühjahr verspätet und mit verringerten Erwartungen gegangen war.

Entsprechend zufrieden war Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Im ersten Jahr in der neuen Konstellation mit dem ehemaligen "Medaillenschmied" der Frauen-Mannschaft als Chef der Teams Mark Kirchner/Fritz Fischer (Männer) und Gerald Hönig/Ricco Groß (Frauen) überzeugten die deutschen Skijäger auf breiter Front:

"Es gab vor der Saison einige Fragezeichen nach den Rücktritten bei den Athleten und den Wechseln im Trainerbereich. So gesehen können wir mit der Saison und auch der WM sehr zufrieden sein", sagte Müssiggang.

Gössner deutet Potenzial an

Während die 33 Jahre alte Andrea Henkel mit zwei Siegen, insgesamt neun Podestplätzen und Rang zwei im Gesamtweltcup ihren Platz in der absoluten Weltspitze eindrucksvoll bestätigte, deutete "Küken" Miriam Gössner mit drei zweiten Plätzen an, welches Potenzial in der sehr starken Läuferin schlummert, wenn sich die 20-Jährige am Schießstand weiter verbessert.

Vor allem bei den Männern ist nach der Pleite bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. Im Schatten des dreifachen Olympiasiegers Michael Greis reifte Arnd Peiffer in diesem Winter zu einem echten Siegläufer.

Peiffer setzt Ausrufezeichen

Während der 34 Jahre alte Greis im Weltcup konstant um die Podiumsplätze kämpfte, ohne den großen Wurf zu landen, setzte der Niedersachse Peiffer die Ausrufezeichen. In Presque Isle gewann Peiffer ebenso den Sprint wie anschließend auch bei der WM in Sibirien.

"Es war eine sehr positive Saison für mich mit tollen Höhepunkten. Mein schlechtester Platz war der 31., von daher kann ich sehr zufrieden sein", sagte Peiffer. Als neue Nummer eins der deutschen Männer sieht sich Peiffer allerdings noch nicht.

Deshalb lehnte er es auch ab, bei der WM in der Staffel Greis als Schlussläufer abzulösen. Was zur Folge hatte, das der Altmeister in Führung liegend am Schießstand sein Waterloo erlebte und die sicher geglaubte Medaille aus der Hand gab.

Greis wählt falsche Ski

Greis selbst haderte beim Weltcupfinale am Holmenkollen mit den vielen Kleinigkeiten, die ihn zurückwarfen:

"Die Saison war eigentlich gut, ich war besser als die Jahre zuvor. Im Dezember hat mir ein bisschen die Schießleistung gefehlt, die Weltcups in der USA waren relativ großer Aufwand und nichts ist rausgekommen. Entsprechend ist es dann bei der WM gelaufen."

Seine Form sei nicht schlecht gewesen, aber dann habe er die falschen Ski ausgewählt. "Ich bin überhaupt nicht reingekommen", sagte Greis, für den Khanty Mansiysk die "Generalprobe" für die Heim-WM 2012 in Ruhpolding war. Bereits in Sibirien hatte er angekündigt: "Ich komme zurück."

Wolf überrascht

In Oslo deuteten Andreas Birnbacher mit seinem Sieg im Sprint und der für die WM ausgemusterte Alexander Wolf mit Platz drei an, dass die deutschen Männer auch in der Tiefe wieder gut besetzt sind.

Aber um bei der Dichte an Top-Athleten Spitzenresultate zu erzielen, müssen viele Kleinigkeiten zusammen kommen. Es kommt eben immer auf die richtige Mischung an.

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