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Magdalena Neuner feierte 2007 in Oberhof ihren ersten Weltcup-Sieg © getty

Drei WM-Goldmedaillen lassen Magdalena Neuner ein positives Saisonfazit ziehen. Eine Krankheit kostet das i-tüpfelchen.

Von Andreas Kloo

München - Magdalena Neuner war ein wenig erschöpft, ihre Stimme leicht angeschlagen. Doch als die die heimatlichen Klänge hörte, huschte ein Lächeln über ihre Lippen.

Eine vom Sponsor "Erdinger Alkoholfrei" bereitgestellte Blaskapelle bereitete der dreifachen Weltmeisterin bei der Ankunft am Münchner Flughafen einen gebührenden Empfang.

Dennoch konnte "Gold-Lena" ihre Unzufriedenheit mit dem Saisonende nicht völlig verhehlen:

"Über den verpassten Gesamt-Weltcup-Sieg bin ich weniger enttäuscht, eher darüber, dass ich keinen erfreulichen Saisonabschluss hatte", erklärte sie auf SPORT1-Nachfrage.

"Das letzte Rennen bin ich nur so halb gesund gelaufen. Das war nicht ganz so zufriedenstellend", ärgerte sich die 24-Jährige.

Krankheit kostet große Kugel

Wegen einer Erkältung hatte Neuner ihren Start im Verfolgungsrennen in Oslo am Samstag abgesagt und war am Sonntag gehandicapt ins Massenstart-Rennen gegangen.

"Ich habe mich schon besser gefühlt und wollte deshalb starten. Aber dass es zum Sieg nicht reicht, war realistisch gesehen klar. Das merkt man dann doch, wenn man zwei Tage im Bett liegt", beschrieb die Wallgauerin ihre körperlichen Probleme.

Durch ihren Verzicht auf den Verfolger büßte sie alle Chancen auf eine Wiederholung ihres Gesamt-Weltcup-Triumphs aus dem Vorjahr ein.(DATENCENTER: Biathlon 2010/11)

Die große Kristallkugel musste sie deshalb der Finnin Kaisa Mäkäräinen überlassen.

Alles erreicht

Insgesamt zieht Neuner aber angesichts ihrer drei WM-Titel von Khanty Mansiysk ein positives Saisonfazit: "Ich kann total zufrieden sein und ich hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder so weitergeht."359851(DIASHOW: Die Bilder der WM)

Olympiasiegerin, Gesamt-Weltcupsiegerin und mit zehn Titeln WM-Rekordbiathletin: Neuner hat mit 24 Jahren bereits alles erreicht.

Stoppen können den Biathlon-Star wohl auch in Zukunft nur gesundheitliche Probleme.

Terminhatz zu groß?

Mehrmals musste sie in dieser Saison Rennen auslassen, was ihr letztlich auch den Gesamt-Weltcup-Sieg kostete.

Als Grund für ihre Krankheitsprobleme nennt Neuner bei SPORT1 die Terminhatz, die im Winter über sie hereinbricht: "Ich habe mehr Interviews, mehr sonstige Termine. Irgendwann sagt die Gesundheit dann: 'Jetzt habe ich keine Lust mehr'."

Neuner fürchtet, auch die künftigen Winter nicht beschwerdefrei zu überstehen:

"Es ist immer eine Gratwanderung, wenn man jeden Tag Höchstleistung bringen und darüber hinaus noch Termine wahrnehmen muss."

Vorfreude auf Schalke

Ein sportlicher Termin steht für sie in dieser Woche aber noch auf dem Plan: die World Team Challenge auf Schalke am Sonntag.

"Da freue ich mich drauf, denn wir waren jetzt in der ganzen Welt unterwegs und jetzt kann man den Fans, die auf Schalke ja nicht immer in den Genuss von Biathlon kommen, auch mal etwas zurückgeben", blickt sie auf die Show-Veranstaltung voraus.

Seitenhieb auf Riesch

Danach hat sich Neuner vor allem eines vorgenommen: "Normalität einkehren lassen", das heißt, sich dem Privatleben widmen.

Offenbar setzt die Doppel-Olympiasiegerin von 2010 andere Prioritäten als der zweite deutsche weibliche Winter-Star, Maria Riesch.

Angesprochen auf die zerbrochene Freundschaft zwischen Riesch und Lindsey Vonn hält Neuner fest: "Man sollte Privates und Sport trennen. Ich habe meine besten Freunde außerhalb des Sports."

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