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Magdalena wurde 2008 jüngste Gesamt-Weltcupsiegerin im Biathlon © imago

Vor dem Weltcup-Start gibt sich Gesamt-Weltcupsiegerin Magdalena Neuner zuversichtlich. Ausreden lässt sie nicht gelten.

Die Pilz-Infektion ist Geschichte, alle Bakterien sind besiegt.

"Ich fühle mich absolut fit und bin guter Dinge", vermeldete Biathlon-Superstar Magdalena Neuner vor dem Abflug am Montag nach Östersund.

Mit dem 15-km-Weltcup (Do., 17.15 Uhr LIVE ) eröffnen die Skijägerinnen ihren vorolympischen Winter, und "Gold-Lena" ist als Titelverteidigerin die Gejagte.

"Froh, dass ich gesund bin"

"Ich bin ehrlich total entspannt. Ich bin froh, dass wieder Weltcup (Alles zum Biathlon )ist und ich gesund bin", schildert Magdalena Neuner nach ungewohnt holpriger Saison-Vorbereitung ihre Situation: "Ich will versuchen, von Anfang an in der Weltspitze mitzulaufen und eine höhere Konstanz in der Leistung zu erreichen."

Zweifel am aktuellen Leistungsstand verdrängt die sechsmalige Weltmeisterin mit Optimismus.

Zwar habe sie wegen einer mit Antibiotika behandelten bakteriellen Infektion im November den Schneelehrgang der deutschen Auswahl in Muonio am finnischen Polarkreis verpasst, aber dafür in der Vorwoche in Obertilliach in Osttirol mit Heimtrainer Bernhard Kröll unter optimalen Bedingungen Aufholarbeit betrieben: "Wir hatten eine Woche super Sonne in den Alpen. Das tut Kopf und auch Seele sehr gut."

Extra-Einheiten beim Schießen

Ausreden wie jenen hartnäckigen Darmpilz, der im Sommer sieben Wochen das Training behinderte, lässt die mittlerweile 21 Jahre alte Wallgauerin nicht gelten.

Sie redet viel lieber über Extra-Training mit Schießtrainer Rudi Krenn am Bundeswehr-Stützpunkt Sonthofen, wo sie speziell an ihrer Problemdisziplin Stehendschießen arbeitete. Zehn Zentimeter weiter vorn steht nun beim Schießen der rechte Fuß.

Zudem musste Waffenmeister Sandro Brieslinger ein Holzstück am Schaft von Neuners Waffe umbauen - Filigranarbeit, die sich auszahlen soll.

"Sie wird schon schnell rennen"

Bundestrainer Uwe Müssiggang, der am Montag mit komplett gesunder Mannschaft via Stockholm in den WM-Ort von 2008 abhob, zeigte sich skeptisch und zuversichtlich zugleich: "Ich bin selbst gespannt, in welcher Form sich Lena in Östersund präsentieren wird. Aber sie hat so ein hohes Niveau, sie wird schon wieder schnell rennen."

Neuner selbst ("Ich bin eh kein Frühstarter") erwartet nicht auf Anhieb den 11. Weltcup-Solosieg ihrer Karrriere - ihre Fans schon.

"Es ist wichtig, dass die Konkurrenz von Anfang an weiß, dass kein Weg an Dir vorbeiführen wird", mailte "Franz" siegessicher in einem von hunderten Gästebuch-Einträgen, die in den letzten Tagen auf ihrer Internet-Homepage eingingen.

Touristen abgezogen

Daheim in Wallgau sind die Touristen, die in den Sommermonaten das gemeinsame Haus von Oma Dora und Enkelin Magdalena belagerten, mittlerweile wieder abgezogen.

"Unentwegt hat es an der Haustür geklingelt", erzählt Neuner: "Die Leute wollten sich mit mir fotografieren lassen oder nur erzählen. Die meisten waren freundlich und wollten, dass ich gewinne. Aber dafür muss ich doch erstmal ungestört trainieren können."

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