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Michael Greis gewann in der Saison 2006/07 den Gesamtweltcup © getty

Die Debatte um den Führungsstil des Bundestrainers scheint beendet. "Wir sind jetzt da, wo wir hin wollen", sagt Greis.

Östersund - Pulverschnee, knackige acht Grad unter dem Gefrierpunkt und sogar ab und zu ein Sonnenstrahl: "Traumhaftes Winterwetter" vermeldet Michael Greis vor dem Weltcup-Auftaktrennen über 20 km (Mi., 17.15 Uhr LIVE) aus Östersund.

Die vom Biathlon-Olympiasieger selbst angezettelte Debatte um den Führungsstil von Bundestrainer Frank Ullrich ist "mindestens mit einem Burgfrieden" beendet.

Einzig leichtes gesundheitliches Unwohlsein könnte den erfolgreichen Einstieg in den vorolympischen Winter noch behindern.

Separate Saison-Vorbereitung

"Wir sind jetzt da, wo wir beide hin wollen. Wir haben uns Vertrauen erarbeitet, eine Basis, auf der wir erfolgreich sein können", sagt Michael Greis über sein aktuelles Verhältnis zu dem seit einem Jahrzehnt mit harter Hand erfolgreich das Kommando führenden Coach Frank Ullrich.

Ganz andere Töne als noch im Spätsommer. Damals hatte Greis seinem Thüringer Chef öffentlich einen antiquierten Führungsstil bescheinigt und auf separate Saison-Vorbereitung unter der Regie seines Heimtrainers Remo Krug bestanden.

Den in ähnlicher Form nie zuvor an die Öffentlichkeit geratenen internen Machtkampf haben Greis und in seinem Schlepptau die Ruhpoldinger Trainingsgefährten Andreas Birnbacher und Daniel Graf offenbar gewonnen (Alles zum Biathlon).

"Eine echte Innovation"

Die Demontage der Autorität Ullrichs aber wurde verhindert, weil beide Seiten beim letzten und einzigen gemeinsamen Trainingscamp in der Einöde von Muonio an Finnlands Polarkreis wieder eine gemeinsame Spur fanden.

Ullrich sei "sehr kommunikativ" gewesen, schildert Greis die drei Wochen im November. Und "dass sich alle Sportler mit ihren Ideen einbringen konnten", war für Greis "eine echte Innovation".

Ullrich, der zwischendurch mit der Verkündung seines Rücktritts nach den Olympischen Spielen 2010 das Spektakel zusätzlich befeuerte, gab sich zuletzt gelassen ("Ich war selbst auch ein Athlet, der Reibungsflächen mit seinem Trainer hatte") und suchte mit den Worten "Wir wollen nicht mit solchen Dingen unsere Kraft vergeuden" nach einem geräuschlosen Ende der Debatte.

Umzug ins eigene Haus

Greis, mittlerweile in sein eigenes Haus in Ruhpolding umgezogen ("Möbel fehlen noch, aber die Fliesen sind da, warmes Wasser und die Werkstatt mit dem Zeug, das ich für den Sport brauche"), will in Östersund möglichst auf Anhieb den Erfolg seiner Vorbereitung nachweisen.

Der 20-km-Lauf, in dem pro Schießfehler eine Strafminute verteilt wird, ist für den mittlerweile 32-Jährigen "als Einstieg ideal. Da gewinnt kein Keuler. Da musst du mit Kopf laufen und gut schießen."

Greis zählt seit Jahren zu den besten Schützen im Weltcup und demonstrierte seine gute Verfassung am Ende des Muonio-Camps, als er einen internen Testwettkampf souverän gewann. "Das gab Sicherheit und Selbstvertrauen. Jetzt will ich schnell die WM-Qualifikation schaffen und im Weltcup möglichst kontinuierlich Punkte sammeln."

Flutlicht-Training ohne Probleme

Das bei der Anreise nach Östersund (Greis hatte bei der WM im Februar wegen eines Infektes die beiden Auftakt-Rennen verpasst) gefühlte gesundheitliche Unwohlsein scheint mittlerweile gewichen.

Das Flutlicht-Training vor dem Rennen verlief jedenfalls problemlos.

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