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Uwe Müssiggang trainiert die deutschen Biathlon-Damen seit 17 Jahren © getty

Vor dem 15-km-Auftaktrennen in Östersund stellt der Bundestrainer den deutschen Damen bei Defiziten Konsequenzen in Aussicht.

Östersund - In die winterliche Traumkulisse von Östersund passt die sorgenvolle Miene von Uwe Müssiggang eigentlich nicht.

"Die hohe Luftfeuchtigkeit macht uns zu schaffen. Hoffentlich erkälten sich die Mädels nicht", meint der Bundestrainer vor dem Weltcup-Auftakt der Biathletinnen.

Am noch nicht zugefrorenen Storsjön-See in Zentralschweden ist beim 15-km-Lauf am Donnerstag (ab 17.15 Uhr LIVE) für das sieggewohnte Team um Weltcup-Titelverteidigerin Magdalena Neuner ein Podestplatz Pflicht. Obwohl zahlreiche Blessuren die Vorbereitung störten.

"In jedem Rennen aufs Stockerl"

"Unser Anspruch ist in jedem Rennen der Stockerl-Platz. Dazu sind alle Mädchen in unserem Team in der Lage. Natürlich hoffe ich, dass wir gleich von Anfang an vorne mitmischen", formuliert der Coach die deutschen Ansprüche.

Gleichzeitig aber warnt der Routinier: "Sollten sich Defizite zeigen, dann werden wir im Sinne des Saisonverlaufes Konsequenzen ziehen."

Für seine auf den Weltcup-Gesamtstand fokussierten Weltklasse-Läuferinnen ist das fast eine Drohung. Freiwillig mag da niemand seinen Platz zugunsten langfristiger Erfolge kurzfristig räumen.

Durchwachsene Vorbereitung

Dabei fiel in Magdalena Neuner (Wallgau/Darmpilz und Infektion), Andrea Henkel (Großbreitenbach/Daumen gebrochen), Martina Beck (vormals Glagow/Mittenwald), Sabrina Buchholz (Oberhof/beide Erkältung) sowie Kathrin Hitzer (Gosheim/hartnäckige Fußverletzung) nahezu die komplette Truppe in der Vorbereitung mehr oder weniger lange aus.

Die im September zur dreifachen deutschen Meisterin gekürte Simone Hauswald (vormals Denkinger/Gosheim) muss Östersund wegen Achillessehnen-Problemen ganz auslassen und wird von der zweimaligen Junioren-Weltmeisterin Anne Preußler (Altenberg) vertreten.

Wilhelm favorisiert

Als Top-Kandidatin für den Podestplatz beim Auftakt sieht der Coach deshalb Sprint-Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis). Die mittlerweile 32-Jährige kam gut über die Vorbereitungszeit und sprüht nach einem für sie trotz Weltcup-Gesamtplatz vier nicht optimal verlaufenen letzten Winter vor Tatendrang.

Sie stellte Lauftechnik und Schießrhythmus um, versucht ähnlich wie Szene-Vorbild Ole Einar Björndalen schnell den ersten Schuss ins Ziel zu bringen und holte sich Rat bei Norwegens Trainer-Fuchs Odd Lirhus.

"Mein Aufbau ist nicht darauf ausgerichtet, dass ich erst zur WM in Form komme, sondern hoffentlich den ganzen Winter hindurch im Gesamtweltcup ein Wörtchen mitreden kann", meint Wilhelm.

"Die Kati hat zuletzt einen sehr stabilen Eindruck hinterlassen", erkennt auch Müssiggang an. "Deswegen sehe ich aber trotzdem keinen größeren Druck auf ihr. Die anderen wollen doch auch alle vorne ankommen."

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