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Michael Greis gewann den Weltcup in der Saison 2006/07 © getty

"Unruheherd" Michael Greis lässt Worten Taten folgen - und beschert den deutschen Herren in Östersund den ersten Auftaktsieg seit 1997.

Östersund - Rebell Michael Greis hat den deutschen Biathleten einen siegreichen Auftakt in den vorolympischen Winter beschert.

Der Dreifach-Olympiasieger von Turin leistete sich beim Flutlicht-Spektakel im schwedischen Östersund über 20 km nur einen Schießfehler und verwies die Norweger Alexander Os und Emil Hegle Svendsen auf die Plätze.

"Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht. Aber es wäre fatal, dass alles an einem Rennen festzumachen. Jetzt bin ich erstmal super zufrieden", sagte Greis und Chef Ullrich bescheinigte ihm eine "bravouröse Leistung".

Greis hatte in der Endabrechnung 50,5 Sekunden Vorsprung vor Os, der bis zum letzten Schießen klar in Führung lag, und weitere 4,5 vor Svendsen.

Ullrich: "Guter Einstand"

Die deutschen Biathleten verbuchten damit den ersten Auftakt-Sieg seit dem 6. Dezember 1997. Damals siegte Frank Luck.

Zuletzt hatte Greis durch die Querelen mit Bundestrainer Frank Ullrich für Schlagzeilen gesorgt.

Noch im Sommer hatte er seinem Cheftrainer öffentlich einen antiquierten Führungsstil bescheinigt und auf separate Saison-Vorbereitung unter der Regie seines Heimtrainers Remo Krug bestanden.

Nach seinem Triumph beschwor der Bayer doch zunächst den neu gewonnenen Teamgeist: "Wichtig ist doch, dass einer vorne dabei ist."

"Anfangs etwas träge"

Auch Ullrich hatte nur Lob für seine Athleten übrig. "Das wir gleich am Anfang einen nach vorne bringen, ist natürlich herausragend. Insgesamt ist es ein guter Einstand, auch die anderen sind in Schlagdistanz", meinte der Bundestrainer.

Greis war sich vor dem Rennen noch über seinen aktuellen Leistungsstand unsicher und startete verhalten. "Ich bin nicht so richtig reingekommen, war am Anfang etwas träge. Aber hinten heraus lief es optimal", meinte Greis.

Das gebe ihm ordentlich Selbstvertrauen und Optimismus für die kommenden Rennen. Im vergangenen Februar hatte er bei der WM an gleicher Stelle noch eine desolate Leistung abgeliefert und war nur 36. geworden.

Birnbacher und Graf mäßig

Andreas Birnbacher und Daniel Graf, die ebenfalls auf das Training unter Ullrich verzichteten, lieferten dagegen durchwachsende Leistungen ab.

Birnbacher patzte am Schießstand viermal und kam so nur auf Rang 30, Graf bot mit dem Gewehr dagegen eine fehlerfreie Vorstellung, lief der Konkurrenz allerdings in der Loipe hinterher und landete auf Platz 23.

Zweitbester Deutscher war Michael Rösch auf Rang 20.

Am Donnerstag starten die Frauen mit ihrem Einzelrennen über 15 km in die Saison. Im Vorjahr war Martina Beck (vormals Glagow) beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti gleich im ersten Rennen auf das oberste Podest gefahren.

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