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Martina Beck gewann als erste deutsche Athletin den Gesamtweltcup © getty

Martina Glagow feiert beim Verfolger in Östersund ihren 14. Sieg. Bei den Herren überrascht ein deutscher Jungspund mit Rang sieben.

Östersund - Mit einem furiosen Endspurt zum Sieg im Jagdrennen hat Martina Beck den Traumstart der deutschen Biathleten in den Winter gekrönt.

Beim Weltcup in Östersund lief die sechsmalige Weltmeisterin Magdalena Neuner zudem als Sprint-Dritte auf das Siegerpodest, das Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm und 20-km-Auftaktsieger Michael Greis als Vierte der Jagd nur knapp verpassten.

Neben Beck triumphierten Wang Chunli (China), Emil-Hegle Svendsen (Norwegen/jeweils Sprint) sowie Tomasz Sikora (Polen/Jagd).

Kämpferherz am letzten Berg

"Unfassbar. Dass ich auf Anhieb gleich wieder ganz vorne lande, hatte ich wirklich nicht erwartet", kommentierte Martina Beck den 14. Weltcup-Solosieg ihrer Karriere. Vor fast genau einem Jahr hatte die blonde Mittenwalderin damals noch unter ihrem Mädchennamen Glagow zum letzten Mal die höchste Podeststufe bestiegen.

Beck, die tags zuvor Sprint-Achte geworden war, sicherte den ersten Saisonsieg für die deutschen Skijägerinnen durch beeindruckenden Kampfgeist auf dem letzten Kilometer, auf dem sie die scheinbar schon enteilte Russin Jekaterina Jurjewa noch überholte und am Ende mit 2,6 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei verwies.

"Es war so kalt, ich habe so gefroren. Eigentlich ging es nicht mehr, aber ich habe immer gewartet, wann mein Kämpferherz erwacht. Zum Glück war das am letzten Berg der Fall", schilderte die 29-Jährige die Entscheidung.

Rang 18 ist zu verschmerzen

"Hoch zufrieden" zeigten sich auch Becks Teamkolleginnen Kati Wilhelm und Magdalena Neuner. "Der Auftakt war sehr ordentlich, und das Gelbe Trikot nehme ich gerne mit", sagte Kati Wilhelm, die in Schwedens WM-Ort die Ränge 2, 6 sowie 4 belegte. `Ich war beim Laufen und Schießen ganz vorne dabei."

Fast genauso gut schnitt Weltcup-Titelverteidigerin Neuner ab, die als Vierte (15 km) und Dritte (Sprint) den besten Saisonstart ihrer bisherigen Karriere hinlegte und Platz 18 im Jagdrennen "locker verschmerzen" konnte. In der Jagd brachte sich Neuner durch drei Fehler beim ersten Schießen selbst in Zugzwang und konnte den Aussetzer dann nicht mehr reparieren.

Im Weltcup führt Wilhelm mit 135 Punkten vor Beck (128), Neuner (114) ist Fünfte.

Wunderbarer Einstieg für Greis

"Dieser Einstieg war einfach wunderbar", kommentierte Michael Greis seinen starken Auftritt im WM-Ort von 2008. Nach seinem 20-km-Auftaktsieg und Sprintrang 14 verpasste der 32-Jährige als Vierter im abschließenden Jagdrennen das Siegerpodest nur um 7,3 Sekunden und rückte im Gesamtweltcup mit 130 Punkten hinter Sprintsieger Svendsen (156) und Jagd-Gewinner Sikora (143) auf den dritten Platz vor.

"Motorisch komme ich noch nicht so gut über die Berge, aber das Schießen klappt schon gut. Ich bin sehr zufrieden und freue mich auf die nächsten Rennen."

Beim kommenden Weltcup in Hochfilzen (12. bis 14. Dezember) scheinen auch Christoph Stephan und Alexander Wolf für die Attacke für das Siegerpodest gerüstet. Die beiden Oberhofer überzeugten im Jagdrennen auf den Rängen 7 sowie 8. Dagegen musste Weltmeister Andreas Birnbacher am Wochenende wegen einer Erkältung eine Zwangspause einlegen.

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