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Simone Hauswald feiert beim 1. Saisonstart gleich einen Sieg © imago

Simone Hauswald-Denkinger gewinnt in Hochfilzen ihr erstes Weltcup-Rennen. Die deutschen Herren gehen leer aus.

Hochfilzen - Von der "Wackelkandidatin" zur strahlenden Siegerin.

Biathletin Simone Hauswald hat bei ihrem verspäteten Saison-Einstand wegen Beschwerden an der Achillessehne in Hochfilzen für eine Riesenüberraschung gesorgt und ihr erstes Weltcup-Rennen gewonnen.

Bundestrainer Uwe Müssiggang belohnte die Gosheimerin dafür gleich mit dem Startrecht für die zweite Saisonhälfte. "Das ist wie ein Traum", sagte die 29-Jährige.

Die deutsche Dreifach-Meisterin - die unter ihrem Mädchennamen Denkinger dreimal auf dem Weltcup-Podest stand - war im 7,5-km-Sprint ohne Schießfehler 14,1 Sekunden schneller als die Russin Swetlana Slepzowa.

Deutsche Männer schießen hinterher

Andrea Henkel (Großbreitenbach) wurde mit 18,3 Sekunden Abstand Dritte.

Die deutschen Männer um den achtplatzierten Michael Greis waren beim zweiten Saisonsieg des überragenden Norwegers Emil Hegle Svendsen dagegen nach zu vielen Schießfehlern ohne Chance auf einen Podestplatz.

"Ich wollte unbedingt einen guten Weltcup-Start, dass es so gut läuft, ist freilich unglaublich", meinte Hauswald.

Blick auf Südkorea

Ursprünglich musste sie um Einsätze ab Januar bangen. Jetzt kann sie den Blick auf größere Ziele wie die WM im Februar in Südkorea, dem Heimatland ihrer Mutter, richten.

"Ich werde mich jetzt auf einige wichtige koreanische Worte konzentrieren - nach der Übersetzung von 'Siegerpodest' werde ich mich bei meiner Mama erkundigen", sagte sie.

Müssiggang war besonders von der konzentrierten Schießleistung angetan, lobte aber auch die Tempo-Erhöhung in der Loipe am Ende. "Sie ist mit der niedrigen Startnummer 16 auf Angriff gegangen, und trotzdem ruhig geblieben - phantastisch", meinte der Trainer-Fuchs.

Kati Wilhelm verliert Gelb

Hauswald war zuletzt in ihrer zusätzlichen Trainingsphase im Alpencup in Obertilliach zweimal erfolgreich gewesen.

Ein Wermutstropfen war zum Auftakt des Doppel-Weltcups, dass Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis sich mit Rang 19 begnügen musste.

Die Olympiasiegerin verlor so das Gelbe Trikot für die Spitzenreiterin in der Gesamtwertung an die diesmal viertplatzierte Russin Jekaterina Jurjewa.

Neuner angeschlagen

Martina Beck (Mittenwald) wurde Siebte, die leicht angeschlagene Dreifach-Weltmeisterin Magdalena Neuner (Wallgau) landete auf Position 21.

Bei den Männern lief es insgesamt weitaus schlechter.

Andreas Birnbacher (Schleching) und Alexander Wolf (Oberhof) belegten die Ränge zehn sowie elf. Dreifach-Olympiasieger Greis (Nesselwang) leistete sich zwei Schießfehler und geht am Samstag mit 43,7 Sekunden Rückstand auf Svendsen in das 12,5-km-Jagdrennen.

"Ich war unkonzentriert"

"Ich war irgendwie unkonzentriert, habe mich zu sehr von Nebensächlichkeiten beeinflussen lassen", haderte Greis, der auf der Strecke so flott wie der Gewinner unterwegs war.

Der 23 Jahre alte Doppel-Weltmeister Svendsen blieb freilich beim Schießen fehlerfrei, war im Ziel 26,3 Sekunden schneller als der Russe Iwan Tscheressow nach einer Strafrunde und baute mit dem vierten Podestplatz im vierten Saisonrennen seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus.

Dritter wurde bei Sonnenschein der Norweger Alexander Os (32,9 Sekunden zurück). Für Svendsen war es der achte Erfolg seiner Laufbahn.

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