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Miriam Gössner gab in der Saison 2009/2010 in Östersund ihr Weltcup-Debüt © getty

Zwei Strafrunden und elf Nachlader: Die zweite DSV-Garde muss sich im Eisschrank von Kontiolahti mit Platz fünf begnügen.

Kontiolahti - Der zweiten Garde der deutschen Biathleten ist in der Kältekammer Kontiolahti die Luft ausgegangen.

Ohne Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner musste sich die Mixedstaffel zum Weltcup-Auftakt in Finnland bei grenzwertigen Bedingungen mit Platz fünf begnügen.

Die zuletzt gesundheitlich angeschlagene Neuner hatte einen Tag nach ihrem 25. Geburtstag auf ihren Start verzichtet (Eisige WM-Generalprobe: Neuner lässt Start offen).

"Das war schon heftig, wie tausend Nadelstiche in der Lunge", sagte Startläuferin Tina Bachmann. In der Besetzung Bachmann (1 Nachlader), Miriam Gössner (2), Daniel Böhm (3) und Erik Lesser (2 Strafrunden) lag das deutsche Quartett am Ende 2:43 Minuten hinter Sieger Frankreich.

Das Podest komplettierten die Ukraine und die Slowakei.

Groß warnt vor Gesundheitsrisiko

Frauen-Trainer Ricco Groß hatte bei Temperaturen von unter 20 Grad minus von einem "gewissen Risiko für die Gesundheit" gesprochen, Olympiasiegerin Kati Wilhelm als ARD-Expertin kritisiert, dass der Wettkampf "auf Biegen und Brechen" durchgezogen und "die Gesundheit der Athleten nicht geschützt" wird.

Nachdem die Mixedstaffel bereits von Sonntag auf Freitag vorgezogen worden war, damit die Austragung der wichtigeren Einzelwettbewerbe bei wohl steigenden Temperaturen am Wochenende gewährleistet ist, wurde der Start noch einmal um eine halbe Stunde nach hinten verlegt, weil es immer noch zu kalt war.

Nach guten Vorstellungen von Bachmann und Gössner lagen die deutschen Skijäger zur Halbzeit des Rennens noch auf Podestkurs.

"Das Schießen bin ich sehr ruhig und entspannt angegangen. Das Laufen ist mir heute schwer gefallen, ich habe bei der Kälte kaum Luft bekommen", sagte Staffel-Weltmeisterin Gösser, deren Formkurve weiter nach oben geht.

Durchwachsene Vorstellung

Weil Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer, Andreas Birnbacher, Simon Schempp und Michael Greis erst gar nicht nach Finnland gereist waren, gingen Böhm und Lesser in die Loipe.

Während Böhm sein eigenes Rennen "okay, aber nicht doll" fand und als Vierter wechselte, machte Lesser mit einer durchwachsenen Vorstellung die letzten Hoffnungen auf Rang drei zunichte.

Lesser hatte im Stehendanschlag Probleme beim Nachladen und ließ letztlich zwei Scheiben stehen.

Weiter geht es in Kontiolahti am Samstag mit den Sprintrennen der Männer und Frauen (ab 10.30 /12.30 Uhr im LIVE-TICKER). Dann sollen die Temperaturen am Austragungsort der Weltmeisterschaften 2015 deutlich erträglicher sein.

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