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Kati Wilhelm gewann 2006 den Gesamt-Weltcup © getty

Die Biathleten fürchten beim Weltcup in Oberhof die massive Kälte. Die Deutschen haben Personalsorgen, wollen dennoch Gas geben.

Oberhof - Sibirische Kälte und Nebel am Thüringer Rennsteig, gesundheitliche Sorgen in der Weltmeisterinnen-Staffel: dem deutschen Gold-Express steht am Mittwoch (ab 17.20 Uhr LIVE) ein Bibber-Start in den Oberhofer Heim-Weltcup bevor.

Bei vorausgesagten minus 14 Grad wollen 20.000 Fans den ersten Saisonsieg der wahrscheinlich ohne Teamstar Magdalena Neuner sowie die leicht erkälteten Andrea Henkel und Martina Beck antretenden Deutschen feiern.

"Die Mädel können so viel anziehen wie sie unter ihre Laufanzüge bekommen. Aber das werden sie nicht tun, weil es unbequem ist. Warme Unterwäsche muss reichen", meint Uwe Müssiggang.

Müssiggang hat Mitleid

Der am Schießstand dick eingepackte Bundestrainer, der sein Team am Dienstagnachmittag bei arktischen Temperaturen zum Abschlusstraining bat, bedauert die Läuferinnen: "Die werden ganz schön frieren. Vor allem bei den Abfahrten."

Auf Kältefrei aber können die Skijägerinnen nicht hoffen. "Bis minus 20 Grad dürfen die Wettbewerbe durchgeführt werden. Erst bei Werten darunter würden wir zum Schutz der Athleten absagen", erklärt der in Oberhof als Technischer Delegierter des Weltverbandes IBU verantwortliche Italiener Ubaldo Prucker.

Auch die Waffen seien bis zu diesen extremen Temperaturen voll funktionsfähig.

Sorge vor Nebel

Prucker hofft vielmehr darauf, dass der berüchtigte Oberhofer Nebel nicht so schlimm wird wie vorhergesagt: "Das ist meine größte Sorge. Wir haben bereits Reserve-Varianten mit dem Fernsehen und den Organisatoren diskutiert."

Möglich sei es, den Wettbewerb im Notfall auf den späteren Abend zu verschieben. In Oberhof waren in den letzten Jahren bereits mehrfach Rennen verlegt worden, weil die Athleten am Schießstand die Scheiben nicht mehr richtig sehen konnten.

Hoffnung auf Staffelsieg

Sportlich sind die sieggewohnten Gastgeberinnen 48909(Bilder) vor heimischer Kulisse nach bisher nicht optimalem Saisonverlauf (Platz 5 sowie 2 in den beiden ersten Staffelrennen) in der Pflicht.

"Es wird Zeit, dass unsere Mädel so richtig Gas geben. Ein Staffelsieg in Oberhof wäre die perfekte Initialzündung", meint der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Thomas Pfüller.

Allerdings plagen Coach Müssiggang erneut Aufstellungssorgen. Die beiden Staffel-Weltmeisterinnen Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Martina Beck (Mittenwald) baten den Coach, sie wegen leichter Erkältungen zu zu schonen.

Weltcup-Titelverteidigerin Magdalena Neuner (Wallgau) wird laut Müssiggang "nur im Notfall laufen. Sie braucht nach der schwierigen Saisonvorbereitung jeden Trainingstag."

Hoffen auf Wilhelm

Wenigstens Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), die bei den letzten Rennen vor Weihnachten in Hochfilzen wegen Erkältung ausgefallen war, meldete sich wieder fit und dürfte auf ihre angestammte Schlussläufer-Position rücken. Auf der hatte in Hochfilzen Kathrin Hitzer geglänzt.

Außerdem sollen Simone Hauswald (beide Gosheim) und Weltcup-Rückkehrerin Sabrina Buchholz (Oberhof) den bislang die Saison dominierenden Russinnen Paroli und den Fans die Chance bieten, die frostige Rennsteig-Arena in einen brodelnden Hexenkessel zu verwandeln.

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