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Einzig Michael Greis liefert in dieser Saison konstant gute Leistungen © getty

Nach schwachen Schießleistungen zu Saisonbeginn soll ein neuer Trainer her. Greis absolviert ein besonderes Silvestertraining.

Oberhof - Ausgerechnet vor dem Staffel-Heimspiel in Oberhof am Donnerstag (17.20 Uhr LIVE) sind die deutschen Biathleten auf der Suche nach dem richtigen Zielwasser.

"Es ist schon ein wenig beängstigend, wenn man sieht, mit welcher Sicherheit die Weltelite am Schießstand die Scheiben abräumt", sagt Sportdirektor Thomas Pfüller und stellt nüchtern fest: "Wir haben das Schießen nicht im Griff."

Der Sportdirektor sieht dennoch keinen Grund zur Panik: "Noch werde ich nicht unruhig, denn im Laufen sind unsere Männer recht stark."

Als Konsequenz der Scheiben-Flaute werde im Skiverband aber darüber diskutiert, nach den Olympischen Spielen in Vancouver einen speziellen Schießtrainer einzustellen, wie das anderswo bereits üblich ist.

Nur ein Podestplatz bisher

Aus den ersten drei Saisonweltcups im Dezember steht nur ein einziger Podestplatz zu Buche (alle Ergebnisse). Den schaffte Teamstar Michael Greis gleich zum Auftakt als 20-km-Sieger in Östersund.

Der Olympiasieger aus Nesselwang war auch ansonsten über jede Kritik erhaben, beendete 6 der bislang 7 Rennen unter den Top Ten und ist vor seinem Oberhof-Auftritt als Dritter der Gesamtwertung erstklassig platziert.

"Für mich war der Auftakt hervorragend. Ich möchte in Oberhof da weitermachen, wo ich aufgehört habe", meint Greis. Am Schießstand bereitet Greis die wenigsten Sorgen. Vor Saisonbeginn ließ er sich die Augen lasern und verbesserte seine Sehstärke damit erheblich. Das kommt ihm am Schießstand zugute.

Spezielles Silvestertraining

Eine Trainingseinheit der besonderen Art absolvierte der 32-Jährige in der Silvesternacht, in der er mit Freundin Kathrin Hitzer auf den 1624 Meter hohen Hochfelln kraxelte, um sich dort die Neujahrs-Feuerwerke im Chiemgau anzuschauen.

Hinter Greis überzeugten bisher mit Abstrichen noch die beiden Oberhofer Lokalmatadoren Alexander Wolf und Christoph Stephan, der allerdings für seine Heimrennen ausfällt, weil er beim Fußball die Nase brach.

Dagegen rannten in Weltmeister Andreas Birnbacher, Staffel-Olympiasieger Michael Rösch und Daniel Graf gleich drei Leistungsträger der Vorsaison bisher den Ansprüchen hinterher, was Pfüller mit den Worten "Wir hatten Licht und Schatten im Team" umschreibt.

Zwist mit Bundestrainer stört nicht

Pfüller vertraut im Moment darauf, dass sein seit Jahren erprobtes Trainer-Trio mit Frank Ullrich in der Hauptverantwortung und den beiden Stützpunkt-Chefs Mark Kirchner sowie Remo Krug alle Erfahrungen einbringe, damit man bei der WM konkurrenzfähig sei.

Dass die von Greis entfachte Debatte um Ullrichs Führungsstil die Vorbereitung gestört hat, glaubt Pfüller nicht: "Es hat jedoch Kräfte und Zeit gebunden. Aber wir haben eine Basis geschaffen, um vernünftig miteinander umzugehen."

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