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Michael Greis gewann bei der WM 2008 Gold mit der Mixed-Staffel © getty

Nach einer Seuchensaison schafft es der Altmeister doch nach Ruhpolding. Dabei hatte er die WM eigentlich schon abgehakt.

Von Andreas Kloo

München - Happy End nach einer langen Leidenszeit: Der DSV hat Olympiasieger Michael Greis trotz nicht erfüllter Norm für die Weltmeisterschaften in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) nominiert.

Greis gehört zu dem zwölfköpfigen Aufgebot, das der Verband am Montag morgen offiziell bekannt gab 523184(DIASHOW: Der DSV-Kader für Ruhpolding)

Wegen langwieriger Verletzungsprobleme in der laufenden Saison war Greis nur eine Platzierung unter den Top 15 gelungen. Traditionell werden von den Athleten zwei Plätze unter den besten 15 oder eine Platzierung unter den ersten Acht gefordert.

Im Abschluss-Trainingslager in Südtirol musste der 35-Jährige deshalb einen Formnachweis erbringen. Dies ist ihm offenbar gelungen.

"Er hat sich in Ridnaun von einer sehr guten Seite gezeigt und ich bin mir sicher, dass er der Mannschaft mit seiner Erfahrung helfen kann", begründete Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang die Nominierung.

"Mehr Hoffnung als Glaube"

Nach einem Riss des Syndesmosebandes im Sommer fand Greis in der laufenden Saison nicht zu seiner Form. Zuletzt setzte ihn auch noch ein Infekt außer Gefecht.

Den Traum von der Heim-WM hatte er fast schon aufgegeben, wie er selbst zugibt: "Die Teilnahme bei der WM war mehr eine Hoffnung als ein richtiger Glaube. Die Heim-WM war in den letzten Wochen so weit weg. Sie war mir fast egal."(DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung)

Aber beim Trainingslager in Ridnaun in Südtirol fand der Dreifach-Olympiasieger von Turin wieder zu seiner Stärke.

"In Ridnaun hatte ich erst einmal einen wahnsinnigen Muskelkater. Aber da habe ich endlich wieder gespürt, wie die Geister in meinen Körper zurückkehren", erzählt er.

Kein Schaulaufen

Die Trainer hatten die Hoffnung auf Greis nie aufgegeben: "Michi haben wir die nötige Zeit gegeben. Er konnte daheim in Ruhpolding noch einmal gut trainieren und auch in Ridnaun hat er sich positiv präsentiert", erklärte Disziplincoach Mark Kirchner.

Ob Greis' Form auch für den Kampf um die Medaillen reicht, bleibt abzuwarten. Er selbst setzt sich aber durchaus sportliche Ziele für die Heim-WM. "Ich möchte ganz bestimmt kein Schaulaufen in Ruhpolding machen", stellt der Allgäuer klar.

Zwei Welten bei Greis

Greis profitierte allerdings auch von der Absage von Michael Rösch. Der Altenberger musste aufgrund gesundheitlicher Probleme seine WM-Pläne aufgeben. (NEWS: Rösch sagt WM ab)

Greis fühlt sich jedenfalls wieder auf dem aufsteigenden Ast: "Ich bin auf alle Fälle deutlich besser drauf als in den Wochen zuvor. Die Ergebnisse im Training haben auch gepasst", berichtete er.

Zuletzt war seine Gefühlslage weniger positiv: "Wenn man sich nicht gut fühlt, sind das zwei Welten - die Top-Athleten, die um den Weltmeistertitel kämpfen und diejenigen, die versuchen wieder Anschluss zu finden", erinnert sich der Nesselwanger an seine Leidenszeit.

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