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Ole Einar Björndalen hat bei Olympischen Spielen bereits elf Medaillen gewonnen © getty

Vor dem Start der WM in Ruhpolding gibt sich Ole Einar Björndalen kämpferisch und peilt den Gewinn seiner 37. Einzelmedaille an.

Ruhpolding - Der Medaillen-Hunger ist ungestillt, die Motivation ungebremst:

Norwegens Biathlon-König Ole Einar Björndalen denkt auch im hohen Sportleralter von 38 Jahren nicht an sein Karriereende.

Der sechsmalige Olympiasieger plant die Fortsetzung seiner Laufbahn bis zu den Olympischen Spielen 2014 im Sotschi - und vielleicht sogar noch darüber hinaus (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

"Ich will unbedingt nach Sotschi und habe dafür zwei harte Jahre vor mir", sagte Björndalen vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Ruhpolding: "Meine Motivation ist sehr stark. Und wenn auch meine Gesundheit nach Olympia noch so stark wie jetzt ist, werde ich sicher noch weitermachen. Wenn ich nach Sotschi aber total kaputt bin, muss man überlegen, wie es weitergeht."

Björndalen hofft auf Einzelmedaille

Eigentlich hatten die Norweger zwei Tage vor Beginn des Saisonhöhepunkts zu einem Termin mit ihren vier stärksten Athleten geladen, doch die Blicke waren nur auf Björndalen gerichtet.

Auch die Fragen der Journalisten gingen fast ausschließlich an den erfolgreichsten Biathleten der Geschichte.

"Eine Einzelmedaille ist realistisch, im Sprint oder der Verfolgung wäre das schön", antwortete Björndalen dann auf die Frage nach seinen Zielen in Ruhpolding.

"Körper muss mitspielen"

36 dieser WM-Medaillen hat er seit seinem Weltcupdebüt vor 20 Jahren gesammelt, hinzu kommen unter anderem 93 Weltcupsiege. Mit diesem beeindruckenden Zahlen kann keiner seiner jungen Konkurrenten auch nur im Ansatz mithalten.

Aber nicht nur aufgrund der Erfolge der Vergangenheit ist es Björndalen zuzutrauen, dass er auch im Alter von 40 Jahren und mehr noch in die Loipe geht.

"Im Kopf ist es kein Problem, aber der Körper muss mitspielen", sagte der Routinier.

Mixed-Staffel eröffnet

Dass er zumindest momentan in sehr guter Verfassung ist ("Der Motor läuft"), zeigt der Verfolgungssieg beim letzten Weltcup im finnischen Kontiolahti.

Es war der erste Erfolg in dieser Saison - pünktlich vor dem WM-Auftakt in der Mixed-Staffel am Donnerstag (ab 15.15 im LIVE-TICKER).

"Ich hatte in dieser Saison zwar etwas Probleme mit dem Rücken, aber jetzt geht es mir sehr gut. Ich habe mich ordentlich vorbereitet", sagte Björndalen.

Die Erwartungen will der norwegische Volksheld trotzdem nicht zu hoch hängen (DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung).

"Wir werden sehen, was am Ende hier rauskommt. Aber ich bin sicher auf einem guten Weg", sagte der sechsmalige Gewinner des Gesamtweltcups.

Spezielles Geschwindigkeits-Training

Gerade bei den Männern sei das Feld in diesem Winter sehr dicht beieinander.

"Wenn 15 Leute zusammen am Berg rausgehen, dann musst du stark sein", sagte er. Dafür hat er zuletzt mit dem Team in der Nähe von Lillehammer vor allem im läuferischen Bereich gearbeitet, um seine Geschwindigkeit zu verbessern.

Das fällt nicht mehr ganz so leicht wie früher, als Björndalen sogar im Langlauf-Weltcup angetreten war und dort 2006 in Schweden über 15 km einen Sieg gefeiert hatte.

Überrascht von Neuner

Obwohl der Routinier seine glanzvolle Karriere bis zum letzten Tag auskosten will, kann er auch Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner verstehen.

Die 25-Jährige aus Wallgau beendet nach der Saison vorzeitig ihre Laufbahn, um ein "normales Leben" zu beginn.

"Ich war natürlich überrascht, dass sie zurücktritt, aber ich habe viel Respekt davor", sagte Björndalen: "Sie hat einfach alles gewonnen, und wir werden sie sehr vermissen. Der Biathlonsport wird sicher ein paar Jahre brauchen, um eine neue Magdalena Neuner zu finden."

Diesen Satz kann man irgendwann sicher auch über den Norweger sagen. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.

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