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Akribische Vorarbeit: Beim Anschießen werden die Grundeinstellungen vorgenommen © getty

Warum fürchten sich die Biathleten vor der Nähmaschine? Was ist ein Crossfire? Das Biathlon-ABC bietet allerlei Wissenswertes.

München - Die WM in Ruhpolding (Do., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wirft ihre Schatten voraus.

Wenn die Gesamtweltcup-Führende Magdalena Neuner bei ihrer Abschieds-Weltmeisterschaft nach der Maximalausbeute von sechs Goldmedaillen greift, wird sie peinliche Faux-Pas' wie das Crossfire vermeiden wollen. (BERICHT: Sechs Mal Gold! Neuner greift nach den Sternen)

Auf Ohrstöpsel sollte sie aber gerade im oberbayrischen Skiort nicht verzichten (DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung).

Warum dies so ist, welche Rolle der Wachstruck für die DSV-Athleten spielt und warum die Nähmaschine von sämtlichen Biathleten gefürchtet wird, verrät das Biathlon-ABC.

A wie Anschießen: Vor dem eigentlichen Wettkampf testen die Athleten die Bedingungen am Schießstand. Die dabei vorgenommene Grundeinstellung wird während des Wettbewerbs nach Auswertung des Trefferbildes durch das Drehen am Diopter angepasst.

B wie Björndalen: Der große, alte Mann des Biathlons. Norwegens Ole Einar Björndalen hat 6 Olympiasiege, 16 WM-Titel und 93 Weltcupsiege auf dem Konto. Mit seinen 38 Jahren ist er auch in diesem Winter ein Siegläufer (BERICHT: Björndalen mit Medaillenhunger).

C wie Crossfire: Peinlich für den Schützen, unvergesslich für die Zuschauer, wenn auf die falschen Scheiben geschossen wird. Passiert regelmäßig auch echten Weltklasseathleten wie zuletzt Magdalena Neuner.

D wie Durchmesser: Gerade einmal 4,5 cm beträgt der Durchmesser der Scheibe, wenn sich die Athleten im Liegendanschlag befinden. Etwas größer ist die Scheibe beim Stehendschießen. Hier beträgt der Durchmesser 11,5 cm.

E wie Entfernung: Genau 50 m sind die Ziele beim Biathlon vom Schützen entfernt. Dreimal so lang (150 m) ist die Strafrunde, die ein Athlet laufen muss, wenn eine Scheibe stehen bleibt.

F wie Fischer: Ein guter Name im deutschen Biathlon-Sport. Fritz Fischer ist Olympiasieger sowie zweimaliger Weltmeister und heute Männer-Trainer der deutschen Mannschaft. Der viermalige Olympiasieger und siebenmalige Weltmeister Sven Fischer arbeitet als Experte fürs Fernsehen 523184(DIASHOW: Der DSV-Kader für Ruhpolding).

G wie Gesichtspflaster: Wenn es richtig kalt wird, wird es auch bunt in den Gesichtern der Skijäger. Mit Pflastern in allen Farben kleben die Athleten die empfindlichsten Stellen wie Nase oder Wangen ab.

K wie Kaliber: Geschossen wird im Biathlon mit Kleinkalibergewehren, genauer gesagt mit einem Kaliber .22. Die Gewehre wiegen zwischen 3,5 und 6 kg und müssen manuell repetiert werden.

M wie Mixedstaffel: Frauen und Männer kämpfen in einer gemeinsamen Staffel um Medaillen. Ab 2014 im russischen Sotschi gibt es für das gemischte Quartett auch olympische Medaillen.

N wie Nähmaschine: Das gefürchtete Zittern des Körpers befällt die Athleten am Schießstand, wenn sie zu lange warten und der Puls unter eine bestimmte Frequenz fällt.

O wie Ohrstöpsel: Der Lärm in Biathlon-Hochburgen wie Oberhof, Antholz oder Ruhpolding ist besonders am Schießstand ohrenbetäubend. Einige Athleten greifen deshalb zu Ohrstöpseln für eine bessere Konzentration.

P wie Pichler: Claus Pichler ist Bürgermeister von Ruhpolding, Wolfgang Pichler nach vielen erfolgreichen Jahren in Schweden seit dieser Saison Trainer der russischen Athletinnen.

R wie Ringkorn: Sitzt am vorderen Ende des Gewehrlaufes und bildet zusammen mit dem Diopter das Visier der Schützen. Bei entsprechenden Bedingungen wird auch ein Nebelkorn eingesetzt, durch dessen größere Öffnung mehr Licht fällt.

S wie Skating: Die Langlauftechnik der Biathleten, geprägt durch den Schlittschuhschritt. Die Skating-Ski sind rund 1200 g schwer, 5 cm schmal und besitzen keine Stahlkanten.

T wie Treffer: Wenn aus schwarz weiß wird, hat der Biathlet getroffen. Die modernen Scheiben am Schießstand reagieren elektronisch per Impuls auf die Schüsse der Athleten. Bei einem Treffer schiebt sich die weiße Scheibe vor die schwarze Scheibe.

W wie Wachstruck: Ein LKW für die Skitechniker. Seit diesem Winter hat auch die deutsche Mannschaft einen solchen Koloss, dass die Arbeit der Wachser vor Ort deutlich verbessert.

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