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Arnd Peiffer (l. mit Greis) gewann bisher zwei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften © getty

Das WM-Staffel-Rennen wird zum wahren Krimi. Michael Greis hält sein Team im Rennen. Arnd Peiffer riecht nur kurz an Silber.

Ruhpolding - Arnd Peiffer streckte die Siegerfaust in den Himmel, Michael Greis freute sich wie an Weihnachten und Bundestrainer Uwe Müssiggang fielen ganze Felsbrocken vom Herzen:

Die deutschen Biathleten beendeten ihre Flaute bei der Heim-WM in Ruhpolding und verwandelten mit der Bronzemedaille die Chiemgau Arena mit ihren 28.000 Zuschauern in ein Tollhaus.

"Wir sind einfach überglücklich mit der Medaille", jubelte Andreas Birnbacher stellvertretend für das DSV-Quartett. Gold ging erneut an Titelverteidiger Norwegen vor Frankreich.

"Bei diesen Topathleten muss man sich mit Bronze nicht verstecken. Dazu kommt der große Druck bei der Heim-WM", sagte Müssiggang. Die Trainer hatten mit dem Einsatz von Greis hoch gepokert und gewonnen: "Michi hat die WM mit der Medaille gekrönt und sein Leistungsvermögen gezeigt. Er hat das Vertrauen belohnt."

Greis überglücklich

Greis, der nach einer langen Leidensgeschichte in diesem Winter erst im Trainingslager ohne Norm sein WM-Ticket gelöst hatte, aber in Ruhpolding in den Einzelrennen überzeugte, war einfach nur glücklich:

"Vor ein paar Wochen habe ich mich bestimmt nicht in der Staffel gesehen. Läuferisch lief es super, aber die zwei Fehler liegend ärgern mich doch sehr", sagte der 35 Jahre Dreifach-Olympiasieger von 2006:

"Es ist etwas ganz Besonderes, die Medaille hier zu Hause zu gewinnen." (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Auch Peiffer war erleichtert. "Ich bin ganz schön froh, dass es geklappt hat. Nach dem letzten Schießen ist mir ein dicker Stein von der Herzen gefallen. Bronze ist super", sagte Peiffer, der in der Mixedstaffel noch die sicher geglaubte Goldmedaille verschossen hatte.

Gold für Norwegen

Angeführt von Startläufer Simon Schempp kam das DSV-Quartett mit Birnbacher, Greis und Peiffer nach 4x7,5 km 53 Sekunden hinter Titelverteidiger Norwegen ins Ziel.

Silber ging mit einem Rückstand von 29,7 Sekunden an die lange führenden Franzosen.

Nach Gold und Silber für Magdalena Neuner sowie Bronze mit der Mixedstaffel war es das vierte Edelmetall für den Deutschen Skiverband bei der Heim-WM (525436DIASHOW: Die Bilder der WM).

[kaltura id="0_1whu1bdg" class="full_size" title=" Nicht selbstverst ndlich eine Medaille zu holen "]

Fourcade patzt

Norwegens Superstar Ole Einar Björndalen, der sich als Startläufer eine Strafrunde leistete, feierte an der Seite von Rune Brattsveen, Tarjei Bö und Emil Hegle Svendsen seinen 18. WM-Titel.

Im direkten Duell um Gold patzte bei den Franzosen ausgerechnet Doppel-Weltmeister Martin Fourcade als Schlussläufer gegen den überragenden Svendsen, zu sein 7. WM-Gold gewann.

"Jeder Fehler wird bitter bestraft"

"Man sieht, wie eng die Spitze beieinander liegt. Jeder Fehler wird bitter bestraft", sagte Männer-Trainer Mark Kirchner, während sein Partner Fritz Fischer gewohnt emotional reagierte:

"Ich find's einfach wahnsinnig schön für die Burschen, sie haben den ganzen Winter so viel geleistet. Die Bronzemedaille glänzt heute golden."

Birnbacher unter Druck

Nach einer soliden Vorstellung von Schempp ("Auf der letzten Runde hat mir etwas die Kraft gefehlt") mit Platz sechs setzte sich der erneut in der Loipe sehr starke Birnbacher vor dem zweiten Schießen sogar an die Spitze des Feldes.

Dann aber musste der 30-Jährige dreimal nachladen und kam nur knapp um eine Strafrunde herum.

"Ich muss zugeben, dass ich ganz schön Druck gespürt habe, vor allem bei den Nachladern", sagte Birnbacher.

Peiffer sorgt für Schrecksekunden

Anschließend verblüffte Greis vor allem beim schnellen und fehlerfreien Stehendschießen.

"Fünf Treffer waren mein Ziel, ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell ich war", sagte Greis, der Florian Graf aus dem Quartett verdrängt hatte.

Schlussläufer Peiffer sorgte beim letzten Schießen mit zwei Fehlern noch einmal für Schrecksekunden bei den Fans, doch letztlich lief der Niedersachse locker zu Bronze.

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