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...Wallgauerin auch gerne gesehen
Magdalena Neuner gewann in ihrer Karriere dreimal die große Kugel © getty

Zu "We are the Champions" rockt Gold-Lena die große Abschlussparty beim Weltcup-Finale und lässt sich ein letztes Mal feiern.

Khanty-Mansiysk - Magdalena Neuner rockt auch als Rentnerin.

An ihrem letzten Abend als Biathlon-Superstar heizte die 25 Jahre alte Blondine der versammelten Skijäger-Elite im kleinen Schwarzen auf der Showbühne noch ein letztes Mal kräftig ein.

Mit dem unvermeidlichen "We are the Champions" von Queen rockte Neuner die große Abschlussparty beim Weltcup-Finale im russischen Khanty-Mansiysk, während sich ihr Duett-Partner, Gesamtweltcup-Gewinner Martin Fourcade, im Stagediving übte und auf den Händen der Gäste durch die Disco getragen wurde (BERICHT: Neuners Krönung: Der dritte Gesamtweltcup).

Marathon der Verabschiedungen

"Momentan bin ich noch Biathletin, gebe Interviews und habe noch das ganze Drumherum, das einfach dazugehört", hatte Neuner nach ihrem letzten Weltcup-Rennen noch voreilige Glückwünsche zum Erreichen der Rente abgewehrt:

"Anders wird es erst am Dienstag, wenn ich dann wirklich daheim bin. Jetzt habe ich noch alle Biathleten und Biathletinnen um mich herum und werde das Ganze genießen."

Das tat sie im Kreis ihrer Kolleginnen und Konkurrentinnen denn auch ausgiebig.

Die sechs Schießfehler und Platz sechs im Massenstart zum Abschluss der "besten Saison meiner Karriere" waren schnell abgehakt, es begann der Marathon der Verabschiedungen.

Kaum ein Entrinnen

Weil auch die russischen Fans schon lange auf "Gold-Lena" stehen, wollte jeder noch mal schnell ein Autogramm oder ein gemeinsames Foto.

In den Tagen zuvor hatte sich Neuner noch stets mit einem schnellen Sprint in die abgesperrte Zone der Appartement-Häuser retten können, diesmal gab es kaum ein Entrinnen.

Endlich Privatleben

"Ich freue mich jetzt auf ein erwachsenes Leben, zu Hause. Mit ganz vielen neuen Dingen. Und darüber will ich auch nicht viel verraten, das ist dann mein Privatleben", sagte Neuner:

"Als Sportler muss man immer viel erklären, sagen, was man gerade so macht, Aber jetzt kommt eine Phase, da werde ich mein Leben leben, ohne dass ich jedem erkläre, warum und wieso."

Auspacken und waschen

Zumindest was sie bei der Heimkehr als Erstes erwartet, gab Neuner preis:

"Leider Taschen auspacken und waschen, eher ungeliebte Dinge. Aber das Positive ist: Ich weiß, ich kann diesmal die Sachen waschen, aus der Waschmaschine rausholen und muss sie nicht wieder ein irgendwelche Reisetaschen packen", sagte Neuner: "Es wird sicher ein paar Tage dauern, bis ich so richtig angekommen bin."

Raus aus der Mühle

Dann aber beginnt für die Doppel-Olympiasiegerin das Leben, das sie sich schon lange gewünscht hat.

Abseits der Mühle Leistungssport, weit weg vom ständigen Herumreisen in der Weltgeschichte.

"Von der Couch aus" will sich Neuner im nächsten Winter angucken, wie sich ihre Nachfolgerinnen so schlagen (DATENCENTER: Weltcup der Frauen).

Auch Dascha rockt

Ihre größte Konkurrentin, die Weißrussin Darya Domracheva, zeigte beim Abschlussabend zumindest schon mal, dass auch sie den Saal mit ihrer Stimme rocken kann.

Dabei trug sie ein T-Shirt mit der Aufschrift" The Real Deal".

Das einzig Wahre. Man darf gespannt sein.

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