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Kati Wilhelm gewann in ihrer Karriere schon drei Goldmedaillen bei Olympia © getty

Mit starken Nerven läuft Kati Wilhelm zum Massenstart-Erfolg in Oberhof. Michael Rösch verpasst beim Sumann-Sieg das Podium..

Oberhof - Als Siegerin Kati Wilhelm mit hochgereckten Armen jubelnd ins Ziel fuhr, waren 25.000 Fans beim Biathlon-Heimspiel in Oberhof aus dem Häuschen.

"So ein Tag, so wunderschön wie heute", hallte es nach Wilhelms Sieg im 12,5-km-Massenstartrennen von den Rängen.

Die Heldin des Tages war nach dem ersten Saisonsieg völlig losgelöst.

"Es war eine fantastische Woche, und der Sieg war die Krönung. Wir haben die Zuschauer mit unseren Leistungen verwöhnt", sagte Wilhelm mit Freundentränen in den Augen.

Bei den Männern gewann Christoph Sumann (Österreich) den Massenstart. Michael Rösch, der am Vortag Sprint-Zweiter hinter Maxim Tschudow war, belegte Platz sieben.

Entscheidender Antritt kurz vor dem Ziel

Durch einen Antritt 500 Meter vor dem Ziel hängte Wilhelm die Russin Olge Medwezewa ab und stürmte mit 5,8 Sekunden Vorspung ins Ziel. Dritte wurde Helena Jonsson (Schweden) vor Vorjahres-Siegerin Magdalena Neuner (Wallgau) und Weltcup-Spitzenreiterin Swetlana Slepzowa (Russland).

Für den 19. Weltcup-Triumph ihrer Karriere kassierte Wilhelm 10.000 Euro Siegprämie und baute zugleich die deutsche Siegesserie in Massenstart-Wettbewerben auf sechs Erfolge in Serie aus.

In Oberhof war es nach zwei dritten Staffel-Plätzen und zweiten Sprint-Rängen von Andrea Henkel sowie Michael Rösch der größte Erfolg der Gastgeber.

Auch Neuner zufrieden

Am Ende sprach Wilhelm von "neuer Motivation, wenn man sieht, dass die eigene Arbeit für die oberste Stufe des Siegerpodestes reicht und nicht mehr immer wieder ein Quäntchen fehlt".

Und auch Magdalena Neuner war trotz knapp verpasstem Podestplatz zufrieden: "Es hört sich zwar blöd an, aber es tut endlich wieder richtig weh auf der Strecke. Das zeigt, dass ich läuferisch wieder fit bin."

Beck muss passen

Simone Hauswald und Andrea Henkel landeten auf den Rängen 11 und 13 ebenfalls im Vorderfeld. Die nach einem Erkältungsinfekt nicht in Bestform befindliche Weltmeisterin Martina Beck verzichtete nach dem 59. Platz im Sprint auf ihr Startrecht.

Beim nächsten Heimweltcup in Ruhpolding (14. bis 18. Januar) will sie aber wieder antreten.

Fast 100.000 Zuschauer

Nicht nur wegen der Leistungen seiner Athleten zeigte sich der Deutsche Skiverband (DSV) zufrieden. "Das waren Wettbewerbe auf weltmeisterlichem Niveau", sagte Präsident Alfons Hörmann nach den fünf turbulenten Tagen im WM-Ort von 2004.

Insgesamt sorgten 98.000 Zuschauer für eine Rekordkulisse, eine Bestmarke, die in diesem Winter allenfalls noch in Ruhpolding geknackt werden kann.

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