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Toni Lang sicherte als letzter Läufer den zweiten Platz hinter Norwegen © getty

Die deutsche Herren-Staffel begeistert bei ihrem besten Saisonergebnis in Ruhpolding. Nur Norwegen kann sie nicht stoppen.

Ruhpolding - Biathlon-Zaungast Franz Beckenbauer hat der deutschen Männerstaffel beim Heim-Weltcup in Ruhpolding Glück gebracht.

Die stark ersatzgeschwächten Einheimischen bejubelten mit dem Fußball-Kaiser und 17.000 Fans den zweiten Platz hinter Norwegen und damit ihr bestes Saisonergebnis.

"Für den Anfang war das schon mal nicht schlecht", fand Schlussmann Toni Lang, der erst eine halbe Stunde vor dem Rennen für den erkrankten Andreas Birnbacher eingesprungen war.

Am Ende als Zweiter schwenkte er sogar die deutsche Fahne ins Ziel.

Der "Kaiser" ist begeistert

"Brutal cool, die deutsche Fahne ins Ziel zu tragen. Das wünscht sich ein jeder Sportler. Und vielleicht schaffe ich es ja auch einmal als Erster."

Der Hauzenberger Lang sicherte den kaum erwarteten Erfolg, für den zuvor Michael Rösch (Altenberg), Christoph Stephan (Oberhof) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) die Grundlage geschaffen hatten.

Und der ehemalige Fußball-Teamchef Beckenbauer sparte am Schießstand nicht mit Applaus für die kaum erwartete Spitzenvorstellung des deutschen Quartetts. "Ein phantastischer Wettbewerb und eine tolle Leistung unserer Mannschaft", attestierte Beckenbauer.

"Grandiose" Leistung

"Grandios, faszinierend. Die Jungs werden von Tag zu Tag besser. Es macht riesig Spaß mit der Truppe", meinte Frank Ullrich.

Dabei musste der Bundestrainer neben dem am Knie verletzten Weltmeister Michel Greis auch noch die gesundheitlich leicht angeschlagenen Stammkräfte Alexander Wolf und Andreas Birnbacher ersetzen. Lokalmatador Birnbacher lief sich sogar noch ein, verzichtete dann aber aufgrund von Kopfschmerzen und Schwindelgefühl auf den Einstz.

Unbeeindruckt von allen Unwegbarkeiten im deutschen Lager legte sich Franz Beckenbauer als Stargast am Schießstand bei seinem ersten Biathlon-Besuch überhaupt unmissverständlich fest: "Ich erwarte den ersten Platz."

Stephan hält Platz drei

Den wollte Startläufer Michael Rösch gleich erobern, musste sich aber aufgrund von drei Fehlern im Stehendschießen mit dem zwischenzeitlichen vierten Rang begnügen.

"Da war ich zu verhalten. Ich hätte die Dinger richtig rausfedern müssen", meinte Rösch und war um den üblichen flotten Spruch nicht verlegen: "Der Kaiser war am Schießstand, da ist man schon ein wenig aufgeregter."

Hinter Rösch bot auch Christoph Stephan eine sehr ordentliche Leistung, kam mit einem Reserveschuss aus und hielt die deutsche Staffel in der Spitzengruppe auf Platz 3.

Youngster stürmt nach vorne

Youngster Arnd Peiffer, dessen Namen beim Weltcup-Debüt vor Wochenfrist in Oberhof kaum ein Szenekundiger fehlerfrei schreiben konnte, musste zwar insgesamt dreimal nachladen, rechtfertigte aber erneut mit starkem Laufen seine Nominierung.

"Das hat wieder Spaß gemacht. Aber ich war heilfroh, als ich den letzten Treffer reingewackelt habe" meinte der 21-Jährige. So konnte Toni Lang als Zweiter hinter dem großen Vorbild Ole Einer Björndalen eine "relaxte Schlussrunde" drehen.

Beck will wieder angreifen

Das deutsche Weltcup-Heimspiel im Chiemgau geht am Freitag mit dem 7,5-km-Sprintrennen der Frauen weiter. Dann greift auch die zuletzt in der Staffel noch geschonte Weltmeisterin Martina Beck (Mittenwald) wieder in das Geschehen ein.

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