vergrößern verkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Miriam Gössner (r.) liegt im Biathlon-Weltcup vor der WM auf Platz vier © getty

Beim Mädelsabend mit ihrer Freundin vor der WM ist Biathlon kein Thema. Die Neuner-Vergleiche stören Gössner auch nicht mehr.

Nove Mesto - Natürlich haben sich Miriam Gössner und Magdalena Neuner kurz vor den Weltmeisterschaften noch einmal getroffen.

Beim entspannten "Mädelsabend" ging es um alles Mögliche - nur nicht um Biathlon. Die beiden früheren Zimmerkolleginnen sind schließlich dicke Freundinnen, schreiben sich während des Winters regelmäßig SMS, und treffen sich, wenn es die knappe Zeit zulässt.

An die unausweichlichen Vergleiche mit ihrer Freundin, der zurückgetretenen Rekordweltmeisterin, hat sich Gössner dabei längst gewöhnt (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine).

"Nein, es nervt nicht", sagte Gössner: "Sie war eine wahnsinnig tolle Sportlerin und sie hat so viel erreicht. Ich habe einen riesigen Respekt vor ihr, sowohl sportlich als auch privat."

Lächeln gegen die Last

Die imaginäre Last auf ihren schmalen Schultern ist enorm, doch ihr ansteckendes Lächeln hat die 22 Jahre alte Gössner auch vor den stressigsten Tagen des Winters nicht verloren.

"Nein, Druck habe ich keinen gespürt und ich habe mir auch keinen machen lassen", sagt Gössner. Nach drei Weltcupsiegen in dieser Saison geht sie als deutsche Hoffnungsträgerin in die WM im tschechischen Nove Mesto.

Das kurze Abschalten mit Neuner tat jedenfalls gut, denn bei den Welttitelkämpfen werden von ihr Erfolge erwartet. Ob sie will oder nicht.

"Für Medaille muss alles passen"

"Wenn man eine Medaille holen möchte, dann muss schon wirklich alles passen an dem Tag. Ich hoffe natürlich, dass ich da ein Wort mitreden kann", sagt Gössner bescheiden. Und Neuner meinte: "Sie belohnt sich jetzt für ihre harte Arbeit."

Drei Weltcupsiege hat Gössner in der Tasche, doch sie leistete sich auch derbe Patzer. Sechs, sieben und zehn Schüsse setzte sie in verschiedenen Wettkämpfen jeweils daneben, verpasste in Antholz zuletzt sogar das Verfolgungsrennen. Doch die frühere Langläuferin beschäftigt das nicht mehr.

"Ich habe mir jetzt nicht so viele Gedanken darüber gemacht, weil ich eben auch viele Wettkämpfe dabei hatte, die gut funktioniert haben", sagte Gössner. Die Fehler sind analysiert: "Im Training funktioniert es richtig gut. Ich hoffe, dass ich die tolle Form auch mit nach Nove Mesto nehmen kann."

Auftakt mit Mixedstaffel

Im Herzen Tschechiens trainieren die Skijäger seit Dienstag. Am Donnerstag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) steht zum Auftakt die Mixedstaffel auf dem Programm.

Gössner wird genau wie Andrea Henkel und Andreas Birnbacher dabei sein, die vierte Position ist noch vakant.

"Es wäre schön, wenn ich mit der Mixedstaffel anfangen kann und wir gleich ein tolles Rennen machen. Ich freue mich einfach darauf, dass es endlich losgeht", sagte Gössner.

Im Vorjahr hatte sie noch zuschauen müssen, wie ihre Teamkolleginnen in Ruhpolding Bronze holten. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin wartet auch im vorolympischen Winter noch auf ihre erste Einzelmedaille. "Natürlich träumt jeder davon", sagt Gössner.

Mit dem Vater auf den Montblanc

Doch nicht nur am Schießstand und in der Loipe ging es für Gössner in den letzten Monaten steil bergauf. Mit ihrem Vater kletterte sie im Sommer auf den Montblanc, im kommenden Jahr wollen die beiden den Mount McKinley, mit 6194 Metern der höchste Berg Nordamerikas, erklimmen.

Die Halb-Norwegerin liebt die Natur, kann dort am besten abschalten und sammelt neue Kräfte.

Auch die Momente mit ihrer Familie in der Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen sind ihr heilig. "Für mich ist diese Zeit sehr, sehr wichtig. Ich kann daheim einfach sehr gut regenerieren und mich erholen", sagte Gössner. Die wenigen Tage der Erholung konnte sie gut gebrauchen, denn nach der WM in Nove Mesto geht es fast ohne Pause weiter.

Auch bei der Nordischen WM dabei

Das "Laufwunder", das die Konkurrenz durch ihre extrem starken Vorstellungen in der Loipe zuletzt immer wieder zur Verzweiflung brachte, zündet ihren Turbo auch wieder bei der Nordischen Ski-WM.

In der Staffel und über 10 km Freistil soll sie antreten. Mit den Langläufern hatte Gössner bei der WM vor zwei Jahren in der Staffel Silber gewinnen. Auch bei Olympia 2010 reichte es zu Silber - es ist der bisher größte Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Ein WM-Titel in Tschechien würde das ändern.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel