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Im Sprint liegt Magdalena Neuner mit 218 Punkten auf dem fünften Platz im Weltcup © getty

Lena Neuner greift beim Auftakt-Sprint nach ihrem siebten WM-Gold. Sie muss den "peinlichsten Moment" ihrer Karriere vergessen.

Pyeongchang - Magdalena Neuner plant den siebten Streich.

Nach jeweils dreimal Gold bei ihrem Debüt sowie im Vorjahr beim zweiten Auftritt auf der WM-Bühne will der Biathlon-Star gleich beim Auftakt-Sprint der Weltmeisterschaft in Pyeongchang am Samstag (ab 8.45 Uhr LIVE) ihren nächsten Titel einheimsen.

"Ich hätte nichts dagegen, wenn es wieder so perfekt klappt", sagt die sechsmalige Weltmeisterin.

"Nicht der extreme Druck"

"Natürlich ist es mein Anspruch, ganz vorne zu landen. Eine Goldmedaille in einem Einzelrennen wäre echt super", schildert die am Montag 22 Jahre alt gewordene Ausnahme-Skijägerin die eigene Erwartungshaltung:

"Aber ich weiß natürlich auch, dass es nicht immer so laufen kann, wie in den letzten beiden Jahren und verspüre deshalb auch nicht den extremen Druck."

In Pyeongchang mag bei der Frohnatur bisher jedoch noch keine WM-Stimmung aufkommen. "Es ist leider nicht viel Schnee hier. Du musst über Decken laufen, damit du nicht im Matsch versinkst", sagt Neuner.

Bloß nicht verlaufen?

In Südkorea wird sie zum Ausschlafen gezwungen. Bis 11 Uhr vormittags herrscht strenge Bettruhe, um den Bio-Rhythmus an den Zeitunterschied zu gewöhnen.

Erste Neuner-Pflicht in Südkorea aber ist: "Bloß nicht verlaufen". Im Vorjahr bog sie nach einem überragenden Sprint-Sieg klar in Führung liegend im Jagdrennen auf der WM-Strecke falsch ab, geriet im "bisher peinlichsten Moment meiner Karriere" in eine Sackgasse, musste umdrehen und landete am Ende nur auf Platz sechs.

Auf Platz drei im Gesamtweltcup

In den letzten Wochen zeigte die Form von "Gold-Lena" steil nach oben. Der vorolympische Winter entwickelte sich trotz völlig verkorkster Vorbereitung mit hartnäckiger Darminfektion im Spätsommer und Infekt in der letzten Vorbereitungsphase ähnlich erfolgreich wie die beiden zuvor.

Pünktlich zu den prestigeträchtigen Heimweltcups präsentierte sich der Wirbelwind aus Wallgau in starker Verfassung, gewann in Ruhpolding gleich zweimal, rückte auf Platz drei des Gesamtweltcups vor und rannte wie gewohnt der restlichen Weltspitze regelrecht davon.

Nachhilfe bei Müssiggang

Einzig einige herbe Aussetzer im Stehendschießen trüben die Bilanz. Zuletzt verschenkte die amtierende Massenstart-Weltmeisterin bei der WM-Generalprobe in Antholz den Sieg in ihrer Schokoladen-Disziplin, als sie klar in Führung liegend bei der letzten Schießübung keine einzige der fünf schwarzen Scheiben traf und Platz sieben mit Tränen der Enttäuschung quittierte.

Aber eine Neuner-Stärke liegt im raschen Abhaken von Missgeschicken. "Mit der Laufform bin ich absolut zufrieden und im Schießen läuft es wieder richtig gut", schildert die Wackel-Schützin ihre aktuelle Situation.

Mit Bundestrainer Uwe Müssiggang ("Magdalena soll sich auf das konzentrieren, was sie kann. In Ruhpolding hat sie sehr gut geschossen. Das muss sie nun in den Wettkampf rüber bringen.") hatte sie im Vorbereitungscamp in Rupolding versucht, den Stehendanschlag zu stabilisieren.

In der Staffel gesetzt

Auf der Piste tritt Magdalena Neuner zunächst in Sprint und Jagdrennen und als Titelverteidigerin mit persönlichem Startrecht ausgestattet auch im abschließenden Massenstart an.

Zudem gilt Müssiggangs Paradeläuferin für die deutsche 4x6-km-Staffel als gesetzt. "In unserer deutschen Staffel ist die Chance auf eine Goldmedaille am größten. Das wir da den Anspruch haben, zu gewinnen, muss ich wahrscheinlich nicht extra betonen."

Darüber hinaus würde Neuner bei ihrer dritten WM-Teilnahme gerne zum ersten Mal den längsten Frauen-Wettbewerb, das 15-km-Einzelrennen bestreiten. Dort war sie in den zwei bisherigen Saisonweltcups immerhin 4. sowie 7.

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