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Für Kati Wilhelm ist es bereits die 4. WM-Goldmedaille © getty

Im Sprint siegt zum Auftakt der Biathlon-WM in Pyeongchang ein deutsches Duo überlegen. Bei den Herren triumphiert Norwegen.

Pyeongchang - Kati Wilhelm und Simone Hauswald haben den deutschen Biathleten mit einem Doppelsieg einen Traumstart bei den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Pyeongchang beschert.

Bei den Männern krönte sich danach der Norweger Ole Einar Björndalen mit seinem elften WM-Titel zum erfolgreichsten Skijäger aller Zeiten. Michael Greis wurde Siebter und kritisierte die WM-Piste.

"Ich bin total glücklich, so hatte ich mir das vorgestellt. Ich habe bei meiner ersten WM gewonnen und jetzt bei meiner letzten. Auf diesen Moment habe ich so lange gewartet", meinte Kati Wilhelm und ließ ihren Freudentränen bei der Siegerehrung freien Lauf.

Die Biathletin aus Zella-Mehlis war 2001 in Pokljuka nach ihrem Umstieg vom Langlauf auf Anhieb bereits einmal Sprint-Weltmeisterin und wird ihre Karriere wahrscheinlich nach den Olympischen Spielen 2010 beenden. Wilhelm: "So ist es geplant."

Vierter Sprint-Erfolg in Serie

Wilhelm eroberte als vierte deutsche Biathletin in Reihenfolge Sprint-Gold bei einer WM. Zuvor hatten Uschi Disl (2005), Magdalena Neuner (2007) und Andrea Henkel (2008) gewonnen.

Alle drei siegten danach auch im Jagdrennen, das die Sprintsiegerin am Sonntag (ab 9 Uhr LIVE) als Erste in Angriff nimmt.

Für Hauswald eine halbe Heim-WM

"Das war ein perfektes Rennen für mich. Dass ich ausgerechnet bei dieser speziellen WM meine erste Einzelmedaille gewinnen konnte, macht mich überglücklich. Ich widme die Medaille zur Hälfte meiner Mama", sagte Simone Hauswald.

Deren aus Südkorea stammende Mutter Kye-Soon war mit südkoreanischer und deutscher Flagge ausgerüstet unter den nur knapp 1000 Tribünengästen, die eine bedauerlich karge Kulisse bildeten.

"Einer WM nicht würdig"

Trotz des Triumphes sparte Kati Wilhelm nicht mit Kritik an der Piste, die sich trotz Nachtschicht der Organisatoren und rund 100 Lkw-Ladungen mit frischem Schnee in jämmerlichem Zustand präsentierte.

"Das war einer WM nicht würdig", befand die neue Weltmeisterin. Dem stimmten auch die als Sechste und Achte geschlagenen deutschen Favoritinnen Andrea Henkel und Magdalena Neuner zu.

"Wenn du die falsche Rinne erwischt hast, hat es dich geschmissen", meinte Titelverteidigerin Henkel. "Das hatte nichts von einer WM", sagte Neuner.

Wilhelm wehrt sich gegen Dopingverdacht

Die drittplatzierte Russin Olga Saizewa wollte am Ende nur über ihre gute Form, aber nicht über den Dopingfall um ihre drei positiv getesteten Teamgefährten sprechen. Dafür sprang Wilhelm ein. 66185(DIASHOW: Der deutsche WM-Kader)

"Klar kommt jetzt die Vermutung auf, dass wir alle gedopt sind. Das trifft mich schwer. Ich habe Angst davor, dass die Fans sich von uns abwenden. Die Leute, die dopen, machen unseren Sport kaputt."

Auch Greis kritisiert WM-Piste

Michael Greis vergab seine Medaillenchance durch zwei Strafrunden und polterte: "Das hatte mit Langlaufen nichts zu tun. Wir sind nur gewatschelt. Soweit hätte es nie kommen dürfen. Das ist ein WM und keine Klubmeisterschaft auf Schneeresten im Frühjahr. "

Ole Einar Björndalen rettete seinen 11. WM-Titel mit 1,2 Sekunden vor Lars Berger. Halvard Hanevold und Alexander Os folgten bei der Norweger-Show auf den nächsten Plätzen. Michael Rösch (Altenberg) wurde 14.

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