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Laura Dahlmeier (l., mit Miriam Gössner) läuft erst sei diesem Jahr im Weltcup © getty

Die Nachwuchsläuferin führt die Damen-Staffel zum Sieg bei der Olympia-Generalprobe. Die veränderte Aufstellung ist erfolgreich.

Sotschi - Nach ihrer furiosen Aufholjagd reckte "Küken" Laura Dahlmeier die Arme in den roten Abendhimmel von Sotschi und schrie völlig ungehemmt die Freude über den famosen Staffel-Triumph heraus.

Dank der tollen Leistung der 19 Jahre alten Premieren-Schlussläuferin feierten die deutschen Biathletinnen mit dem zweiten Saisonsieg einen krönenden Abschluss der Olympia-Generalprobe.

Zuvor hatten auch die Männer mit dem zweiten Platz für Jubel im deutschen Lager gesorgt. (DATENCENTER: Ergebnisse Biathlon)

"Die Aufstellung war ungewohnt, wir haben einfach etwas Neues ausprobiert", sagte Dahlmeier mit einem sympathischen bayerischen Dialekt: "Es hat auf alle Fälle richtig Spaß gemacht. Ich glaube, wir haben das ganz gut hingebracht und können mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Ukrainerin abgehängt

Dahlmeier hatte mit einem Rückstand von knapp zehn Sekunden an zweiter Position übernommen.

Nach zwei fehlerfreien Einlagen am Schießstand ging sie zusammen mit der Ukrainerin Maria Panfilova auf die Schlussrunde, auf der sie ihre derzeitige Topform erneut unter Beweis stellte und die Kontrahentin um 11,9 Sekunden auf den zweiten Platz verwies.

Rang drei ging an Norwegen (+21,2).

Hönig schwärmt

"Die Mädels haben eine tolle Staffel gezeigt. Gerade nach der durchwachsenen WM können wir mit dieser Leistung mehr als zufrieden sein. Wir haben uns heute zurückgemeldet und an dem Ort der Winterspiele eine gute Leistung gezeigt", schwärmte Frauentrainer Gerald Hönig nach dem Erfolg seiner Mädels.(672976DIASHOW: Bilder der WM)

Die erfahrene Henkel lieferte als Startläuferin eine starke Leistung ab und übergab als Erste mit einem Vorsprung von 6,6 Sekunden an Biathlon-Neuling Sachenbacher-Stehle.

Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin, die vor der Saison das Lager gewechselt hatte, präsentierte sich bei ihrer Staffel-Premiere ebenfalls in guter Form. Zwar büßte sie die Führung ein, an dritter Stelle schickte sie aber Laufwunder Gössner noch immer aussichtsreich in die Loipe.

Gössner: "Es war ganz okay"

Obwohl die 22-Jährige aber einmal mehr am Schießstand patzte und sich im Stehendschießen eine Strafrunde einhandelte, übernahm Premieren-Schlussläuferin Dahlmeier an zweiter Position.

"Mir macht das Laufen viel Spaß. Wenn ich einen Fehler am Schießstand mache, muss ich eben schneller laufen und es dann kompensieren. Ich glaube, es war heute ganz okay", sagte Gössner danach.

Im Kampf mit der Weltelite zeigte Dahlmeier zur Freude des deutschen Teams keine Nerven.

Herren ekämpfen Rang zwei

Zuvor hatten auch die Männer ganz kurz vom ersten Staffelsieg seit 777 Tagen geträumt, in der entscheidenden Phase gingen Youngster Benedikt Doll aber die Kräfte aus.

Völlig ausgepumpt und erschöpft rettete der 22-Jährige aber dennoch einen starken zweiten Platz.

"Ich bin ganz locker an die Sache rangegangen, es hat auch wirklich Spaß gemacht", sagte ein sichtlich erleichterter Doll.

Seine Nervosität hatte er zumindest Minuten zuvor beim Schießen allerdings nicht verbergen können.

"Die habe ich nicht ganz rausbekommen. Stehend hatte ich dann Glück", gestand Doll, der sich nur dem russischen Schlussläufer Jewgeni Ustjugow geschlagen geben musste. Den drittplatzierten tschechischen Routinier Ondrej Moravec hielt Doll dank einer beeindruckenden Energieleistung aber in Schach.

Lesser im Pech

Dabei hatte Startläufer Erik Lesser gleich beim ersten Schießen große Probleme offenbart. Dreimal verfehlte er die Scheiben und war kurzzeitig Letzter. Mit einem Rückstand von einer halben Minute übergab er an Andreas Birnbacher.

Der Schlechinger und Arnd Peiffer brachten das DSV-Team mit starken Vorstellungen auf Rang zwei nach vorne.