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Miriam Gössner feierte 2012 in Pokljuka ihren ersten Einzelweltcupsieg © imago

Bundestrainer Müßiggang und die DSV-Athleten gehen voller Zuversicht ins Weltcupfinale - trotz eisiger Temperaturen.

Khanty-Mansiysk - Ein eisiger Wind pfeift den Skijägern um die Ohren, jeder Schritt schmerzt bei 21 Grad unter dem Gefrierpunkt noch mehr als sonst.

Und dennoch: Bei klirrender Kälte und strahlendem Sonnenschein sind Deutschlands Biathlon-Stars in der Weite Sibiriens heiß auf einen erfolgreichen und versöhnlichen Saisonabschluss.

Im Kühlschrank von Khanty-Mansiysk will die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Müssiggang ab Donnerstag (ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) den Rückenwind des vergangenen Weltcups aus Sotschi mitnehmen. (DATENCENTER: Ergebnisse Biathlon)

"Der Staffelsieg der Frauen und Platz zwei der Männer geben uns natürlich Selbstvertrauen. Wir wollen auch in Khanty das Podest angreifen. Und wenn die Bedingungen gut sind, dann können wir vielleicht auch einen Sieg einfahren", sagte Müssiggang - wohlwissend, dass seine Athleten bei schwierigen Bedingungen vor allem am Schießstand häufig patzen.

Enttäuschung weicht Vorfreude

Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft in Nove Mesto wirkt der erfahrene Chefcoach wegen der besseren Weltcups in Oslo und Sotschi aber wieder deutlich entspannter.

Und der 61-Jährige steht nicht alleine da. Auch Miriam Gössner, ohnehin die Strahlefrau im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV), vermittelt in diesen Tagen einen so unbeschwerten Eindruck wie selten zuvor.

"Die Saison war hart. Noch drei Rennen, dann freue ich mich, dass es endlich wieder nach Hause geht", sagte Gössner.

Vielleicht ist das 22-jährige Laufwunder trotz aller Umstände aber auch deshalb so entspannt, weil der Fokus sich von ihr auf eine andere deutsche Zukunftshoffnung - zumindest ein bisschen - verschoben hat.

Dahlmeier im Fokus

Denn beim Weltcupfinale dürfte vor allem wegen der furiosen Aufholjagd im Staffelrennen von Sotschi erneut ein Augenmerk auf Youngster Laura Dahlmeier gerichtet sein.

Während Routiniers wie Andreas Birnbacher (31) oder Andrea Henkel (35) die klirrende Kälte schon aus dem Effeff kennen, betritt die 19-Jährige aus Patenkrichen ungewohntes Terrain.

"Jeder Weltcp-Ort ist neu für mich, aber die Abläufe und das ganze Drumherum spielen sich so langsam ein. Die Scheiben sind ja gleich groß wie bei den Juniorinnen und die Strecken gleich lang", erklärte Dahlmeier unbekümmert.

Bei der Olympiageneralprobe am Sonntag in Sotschi hatte sie die DSV-Staffel dank einer herausragenden Leistung als Schlussläuferin zum Sieg geführt und unter anderem die norwegische Gesamtweltcup-Siegerin Tora Berger souverän auf Distanz gehalten.

Schon dreimal in Top-10

Vor ihrer erst dritten Weltcup-Station stehen für die dreimalige Junioren-Weltmeisterin bereits drei Top-10-Platzierungen zu Buche.

Und die Zuversicht ist groß, dass es in Khanty-Mansiysk ähnlich erfolgreich weitergeht.

"Die Saison ist definitiv viel besser gelaufen als ich es mir jemals vorgestellt hätte. Der Sieg mit der Staffel war für mich natürlich noch einmal zusätzliche Motivation für das Finale", sagte Dahlmeier: "Es wäre schön, wenn es zum Abschluss noch einmal mit ein paar guten Ergebnissen klappen würde."

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