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Miriam Gössner (l.) gewann bei der WM 2012 in Ruhpolding mit der Staffel Gold © imago

Beim Weltcupfinale in Khanty-Mansiysk überzeugen Henkel und Gössner, müssen allerdings einer Tschechin den Vortritt lassen.

Khanty-Mansiysk - Nach ihrem neuerlichen Podest-Coup strahlten Andrea Henkel und Miriam Gössner bei der Siegerehrung trotz klirrender Kälte um die Wette.

Beim Weltcupfinale der Biathleten im russischen Khanty-Mansiysk musste sich Doppel-Olympiasiegerin Henkel nur der ebenfalls fehlerfreien Tschechin Gabriela Soukalova geschlagen geben und stand zum vierten Mal in diesem Winter auf dem Treppchen.

Teamkollegin Gössner schaffte es als Dritte zum sechsten Mal aufs Podium und beendete ihre lange Durststrecke.

"An so einem Ergebnis kann man sich wirklich erwärmen", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Henkel zufrieden

Bei Temperaturen von zwölf Grad unter Null und eisigem Wind trotzten die Skijägerinnen den schwierigen Bedingungen und schafften es nach dem Sprint in Oberhof zum zweiten Mal in diesem Winter gleich als Duo aufs Stockerl.

Die kälteempfindliche Henkel ("Ich hatte eine Windstopperhose, zwei Schichten obenrum und dicke Handschuhe an") machte ihre Sache über 7,5 km bei Sonnenschein im "sibirischen Kühlschrank" sehr gut und festigte Platz drei im Gesamtweltcup mit nur 17,2 Sekunden Rückstand.

"So lange ich mit null Fehlern durchkomme, bin ich zufrieden. Auf der Strecke ging es auch ganz gut", sagte die Großbreitenbacherin, die mit der Frauenstaffel am Sonntag in Sotschi den bislang letzten Sieg gefeiert hatte.

Gössner mit neuer Variante

Auch Gössner schien von diesem Erfolgserlebnis beflügelt. Beim Schießen ließ sich die 22-Jährige ungewohnt viel Zeit - und wurde belohnt. (DATENCENTER: Ergebnisse Biathlon)

"Ich wollte unbedingt treffen und ein kontrolliertes Schießen machen", sagte Gössner, die nur einmal in die Strafrunde musste: "Ich weiß ja, dass ich es kann. Im Training klappt es auch immer, nur im Rennen manchmal nicht."

Das Laufwunder darf sich mit nur 23,6 Sekunden Rückstand Hoffnungen auf ihrem vierten Weltcupsieg machen.

Henkel und Gössner angriffslustig

Am Samstag (ab 11.30 Uhr im LIVE-TICKER) will die Bayerin mit Henkel in der Verfolgung Soukalova ("Das wird ganz schön stressig mit den beiden Deutschen") angreifen.

"Im Verfolger möchte man nicht weiter nach hinten fallen. Ich gucke natürlich auch nach vorne", sagte Einzel-Vizeweltmeisterin Henkel.

Und Gössner meinte: "Wir können auf jeden Fall zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass wir bis zum Schluss gegenhalten können und vorne dabei sind."

Hönig lobt Gössner

Der Podestplatz ist Balsam auf ihre Seele. Nach der verkorksten WM, die ohne die ersehnte Medaille geendet hatte, schaffte es Gössner erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder aufs Stockerl.

"Ich bin sehr froh über die Leistung von Miri, sie hat nie aufgegeben", lobte Trainer Hönig.

Dahlmeier überzeugt

Auch die dreimalige Junioren-Weltmeisterin Laura Dahlmeier (1 Fehler) konnte erneut überzeugen und landete auf Rang zwölf.

"Die Strecken taugen mir super, das gefällt mir richtig gut und macht Spaß", sagte die 19-Jährige: "Ein Fehler am Schießstand ist okay."

Franziska Hildebrand (0/1:04,9) schaffte es auf Rang 14. Auch Nadine Horchler (0/1:24,9) als 20. und Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle (2/1:38,9) auf Platz 26 zeigten beim Finale in Russland ordentliche Leistungen.

Einzig Vanessa Hinz (5/4:51,0) verpasste als 78. die Qualifikation für die Verfolgung.

Sprint der Männer steht an

Am Freitag (ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) wird der Weltcup in Russland mit dem Sprint der Männer fortgesetzt.

Zum Abschluss des vorlolympischen Winters stehen nach den Verfolgungsrennen am Sonntag noch zwei Massenstarts auf dem Programm.