vergrößernverkleinern
Der Oberhofer Christoph Stephan gab 2006 sein Debüt im Weltcup © getty

Nach dem Überraschungs-Coup im 20-km-Rennen heimst Christoph Stephan Lob von allen Seiten ein. Silber widmet er seinem toten Vater.

Pyeongchang - Mit der Silbermedaille um den Hals stand Christoph Stephan Arm in Arm mit Biathlon-König Ole Einar Björndalen auf dem Siegerpodest und genoss den schönsten Tag seiner Karriere.

"Ich kann das alles noch gar nicht begreifen, das ist so schön", sagte der als krasser Außenseiter gestartete Oberhofer.

Stephan musste bei der WM in Pyeongchang im 20-km-Rennen nur dem Norweger Björndalen den Vortritt lassen, der bereits sein drittes WM-Gold gewann. Als Dritter holte Jakov Fak die erste Biathlon-Medaille überhaupt für Kroatien.

Die Silbermedaille widmete Stephan seinem toten Vater. "An ihn denke ich in diesem Moment zuerst. Er war vor zwei Jahren noch dabei als ich Junioren-Weltmeister wurde", sagte der gerade 23 Jahre alte Thüringer mit leiser Stimme. Und nahm dann die Glückwünsche seiner Teamgefährten entgegen.

"Das wird die ganze Mannschaft pushen"

"Es ist großartig, was Christoph heute geleistet hat", sagte Michael Greis. Der 20-km-Olympiasieger wurde nur 19., freute sich aber mit seinem Teamkollegen. "Christoph hat heute bewiesen, dass er mit größtem Druck umgehen kann.

"Das kann ein ganz Großer werden", lobte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Thomas Pfüller. DSV-Chef Alfons Hörmann meinte, die erste Männer-Medaille nach drei Frauen-Plaketten (Gold und Silber für Kati Wilhelm sowie Silber für Simone Hauswald) "wird die ganze Mannschaft pushen".

Stephan packt Kampfgeist aus

Im spannenden Finale spielte Stephan auf der letzten Runde seine größte Trumpfkarte, den Kampfgeist, aus. "War das eine Quälerei, ich wusste, dass es eng ist", sagte Stephan.

Nach einem Fehler im ersten Schießen und drei fehlerfreien Serien hatte Stephan nur auf Platz fünf die letzte Runde in Angriff genommen. "Der Junge hat noch mal Null geschossen. Sensationell", sagte Frank Ullrich.

"Das gewisse Knistern"

"Eigentlich wollte ich Christoph gar nicht aufstellen. Aber im Training habe ich das gewisse Knistern bei ihm gespürt. Da war ich sicher, dass er ein starkes Rennen macht. Dass es aber für Silber reicht, hätte ich nie geglaubt", meinte Ullrich freudestrahlend.

Derweil feierte Ole Einar Björndalen nicht nur seinen dritten Titel in Serie in Pyeongchang und das 13. WM-Gold seiner einmaligen Karriere, sondern auch noch einen ganz besonderen Rekord.

"König" Ole knackt Rekord

Mit dem 87. Weltcup-Solosieg knackte der Norweger die Uralt-Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark, der zwischen 1973 und 1989 insgesamt 86 Siege vornehmlich im Slalom schaffte und bisher erfolgreichster Skisportler im Weltcup war.

"Es war ein großer Traum von mir, das zu schaffen. Stenmark war mein großes Idol als ich jung war", sagte Björndalen: "Er war nach einem Sieg immer hungrig auf das nächste Rennen. Genauso bin ich auch."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel