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Maxim Tschudow (l.) mit Ole Einar Björndalen (M.) und Bronze-Gewinner Alexander Os © imago

Der Kurzzeit-Weltmeister erkennt den Sieg des Norwegers im Verfolgungsrennen an und übt leise Kritik an den Doping-Sündern.

Pyeongchang - Kurzzeit-Weltmeister Maxim Tschudow hat die Siegerehrung am Dienstag nicht boykottiert, sondern vielmehr Frieden mit Sieger Ole Einar Björndalen geschlossen.

"Ich möchte Ole gratulieren. Er war stärker und schneller als ich", sagte der Russe, der aber auch einschränkte: "Die Strecke wurde verlassen, die Regeln wurden gebrochen." (Silber für Wilhelm - Chaos bei den Herren)

Zwei Tage nach dem Chaos-Jagdrennen in Pyeongchang reichte Maxim Tschudow dem erfolgreichsten Biathleten der Geschichte öffentlich die Hand.

Zudem setzte der zwischenzeitlich zum Sieger erklärte Russe, der am Ende nach einem Gegen-Protest Zweiter wurde, auf dem Podest beim Abspielen der norwegischen Nationalhymne demonstrativ seine Mütze zum Zeichen der Anerkennung ab.

"Wir haben unsere Arbeit gemacht"

Er wolle trotzdem von sich aus nicht versuchen, die Goldmedaille einzuklagen.

"Die Jury hat am Ende so entschieden. Es steht uns Sportlern nicht zu, darüber zu richten. Wir haben geschossen und sind gelaufen so gut wie wir es konnten. Wir haben unsere Arbeit gemacht. Was die Jury und unsere Verbände machen, können wir nicht beeinflussen", sagte Tschudow. (Russen fühlen sich betrogen)

Leise Kritik an Dopingsündern

Betroffen zeigte sich Tschudow auf der zwei Tage nach dem Rennen nachgeholten Pressekonferenz auch vom Dopingfall in den eigenen Reihen, ohne allerdings die drei ertappten Teammitglieder Dimitri Jaroschenko, Albina Achatowa und Jekaterina Jurjewa zu verurteilen.

"Die Situation belastet mich sehr. Ich habe in den letzten drei Tagen nur 4 oder 5 Stunden geschlafen", sagte Tschudow und ergänzte:

"Es ist sehr hart für mich und unsere Mannschaft. Wir sind alle sehr unglücklich über die aktuelle Situation." ("Fassungslos über die Dreistigkeit")

Kein Verständnis für Morddrohungen

Kein Verständnis zeigte der dreimalige Weltmeister für seine Landsleute, die schwedische und französische Biathleten per E-Mail mit Morddrohungen bedacht hatten.

"Ich kann hier nicht für alle Russen sprechen. Aber diese Leute haben nicht bedacht, was sie taten und was sie mit ihrem Verhalten anrichten", erklärte er.

Er sei sich trotzdem sicher, dass es im März in Chanty Mansijsk ein schönes Weltcup-Finale geben werde: "Mit fairen und sicheren Bedingungen für alle Sportler."

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