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Andrea Henkel brachte sich selbst um einen Start beim Jagdrennen © getty

Andrea Henkel hat den Schuss gehört: Nach schlimmem Malheur bei der Biathlon-WM soll nun im Jagdrennen von Pyeongchang Edelmetall her.

Pyeongchang - Neue Chance, neues Glück: Nach dem schlimmen Fehlschuss blickt Andrea Henkel nur noch nach vorn.

"So etwas wird mir definitiv nicht noch einmal passieren", sagt die sechsmalige Weltmeisterin.

Henkel war wegen eines unabsichtlich abgegebenen Schusses beim Aufwärmen vor dem Jagdrennen bei der Biathlon-WM in Pyeongchang disqualifiziert worden.

Mit dem Gewinn einer Medaille im 15-km-Einzellauf (Mittwoch, 10.15 Uhr LIVE) will die Thüringerin das Malheur endgültig verdrängen.

Fehlschuss ohne Folgen

"Das Wichtigste ist, dass niemandem etwas zugestoßen ist", sagt Henkel.

Die Kugel, die sich im sogenannten Trockentraining aus einem Reservemagazin löste, hatte die hölzerne Trennwand im Aufwärmraum durchschlagen und war dann an einer Stahltür abgeprallt.

Henkel: "Jetzt hilft nur noch abhaken, schließlich bin ich hier, um eine Einzel- und eine Staffel-Medaille zu gewinnen." (DATENCENTER: Alle Biathlon-Ergebnisse)

Alles Kopfsache

Die Chancen dafür stehen gut. Henkel war über 15 km 2002 in Salt Lake City Olympiasiegerin und 2005 in Hochfilzen Weltmeisterin. Sie gilt auch in Südkorea als eine der Topfavoritinnen. "Wichtig ist, dass sie den Kopf frei bekommt. Dann traue ich ihr viel zu", meint Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Nach den bitteren Tränen über den Fehler und die anschließende Disqualifikation suchte Henkel Ablenkung.

Frostige Bedingungen

Sie reagierte sich beim Joggen ab, blätterte in einem Reiseführer über Puerto Rico, ihrem Urlaubsziel nach dem Saisonende im April. Am Dienstagnachmittag stand das Abschlusstraining im bitter kalten Biathlon-Areal (Temperaturen bis minus 18 Grad Celsius) auf dem Programm.

Unterstützung erhält die 31-Jährige von den Teamgefährtinnnen und von einigen Gegnerinnen. 66185(DIASHOW: Der deutsche WM-Kader)

Die seien teilweise ebenso bestürzt über den Rennausschluss gewesen wie sie selbst. "Wir haben Andrea getröstet. Sie war schon wahnsinnig enttäuscht", sagt Magdalena Neuner.

Beer lässt grüßen

Derartige Strafen wegen krasser Sicherheits-Verstöße sind im Biathlon selten.

Aber auch im "Fall Henkel" gibt es eine Parallele So brach im Januar 2002 bei Katja Beer beim Weltcup in Antholz im Wettkampf am Schießstand der Schlagbolzen des Gewehres.

Verzweifelt drehte sie sich zu den Trainern um und richtete unbeabsichtigt die Waffe auf sie. Beer wurde disqualifiziert und vergab die Chance auf einen Startplatz bei den Olmpischen Spielen in Salt Lake City.

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