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Michael Greis gewann bei Olympia in Turin 2006 drei Goldmedaillen © getty

Dreifach-Olympiasieger Michael Greis peilt nach den bisher enttäuschenden Auftritten in Südkorea eine Medaille mit dem Team an.

Pyeongchang - Elf Fehlschüsse in drei Rennen und keine Medaille: für Dreifach-Olympiasieger Michael Greis ist die WM in Pyeongchang "bisher eine Nullnummer".

Die Wende für den deutschen Teamstar soll nun die Mixed-Staffel am Donnerstag (ab 10 Uhr ) bringen, in die der Nesselwanger mit seinen Teamkollegen als Titelverteidiger startet. 68048(DIASHOW: Der deutsche WM-Kader)

Allerdings muss das deutsche Quartett eine Hiobsbotschaft wegstecken: Kurzfristig fällt Teamstar Magdalena Neuner aus. Die Wallgauerin wurde von Bundestrainer Uwe Müssiggang aufgrund einer leichten Erkältung aus dem Aufgebot gestrichen.

Hauswald springt ein

Dafür rückt Simone Hauswald (Gosheim) neben Andrea Henkel, Michael Greis und Arnd Peiffer in das Aufgebot.

Teamarzt Klaus-Jürgen Marquardt zeigte sich optimistisch, dass Neuner nach zwei Ruhetagen am kommenden Wochenende in der Frauenstaffel und im Massenstart-Wettbewerb wieder eingesetzt werden kann. In beiden Rennen hatte die 22-Jährige im Vorjahr die Goldmedaille gewonnen.

Greis schätzt die Lage realistisch ein: "Hier bekommt niemand seine Medaillen hinterhergeworfen, auch ein Michael Greis nicht. Wenn du auf das Siegerpodest willst, brauchst du neben dem Können auch die gewisse Portion Glück. Die hatte ich bisher nicht", bilanziert der 32-Jährige seine erste WM-Halbzeit.

Diese verlief mit den Rängen 7 (Sprint), 13 (Jagdrennen) und 19 (Einzel) "absolut nicht zufriedenstellend". (DATENCENTER: Ergebnisse)

Probleme am Schießstand

Greis, der im Saisonvorfeld mit Attacken auf Bundestrainer Frank Ullrich und nahezu komplett in eigener Regie durchgezogener Vorbereitung für Schlagzeilen gesorgt hatte, präsentierte sich in Südkorea bisher läuferisch in guter Form, kam aber am zumeist windumtosten Schießstand nicht zurecht.

"Ich habe in den Rennen wirklich alles probiert, habe mich voll auf das Schießen konzentriert, bin extra langsam an den Stand gelaufen. Es hat alles nicht funktioniert", sagt Greis.

Ullrich, der mittlerweile "ein deutlich besseres Verhältnis" zu Greis registriert, verspürt "eine Verunsicherung bei Michi, der es gewohnt ist, seine Probleme alleine zu lösen, aber im Moment nicht so recht weiterkommt".

"Muss mich zusammenreißen"

Beide werteten den missratenen 20-km-Lauf gemeinsam aus, und Greis formulierte seine Erkenntnis mit den Worten: "Ich muss mich jetzt zusammenreißen."

Beste Möglichkeit für die Wende ist die Mixed-Staffel. "Das ist und bleibt für mich das beste WM-Rennen. Zwei starke Frauen und zwei Männer in einem Team, einfach ein Klasse-Wettbewerb", sagt der bekennende Individualist Greis.

Gold im Vorjahr

Im Vorjahr hatte er als Schlussläufer das damals noch mit Magdalena Neuner (Wallgau), Sabrina Buchholz (Oberhof) und Andreas Birnbacher (Schleching) besetzte Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zum ersten Mal in der Historie zu Gold geführt.

"Ich bleibe Optimist. Wir holen wieder eine Medaille", so Greis.

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