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Alfons Hörmann ist seit 2005 Präsident des Deutschen Skiverbandes © imago

DSV-Präsident Alfons Hörmann erhebt im Dopingfall um russische Biathleten schwere Vorwürfe gegen IBU-Vizepräsident Alexander Tichonow.

Pyeongchang - Weltverbands-Vizepräsident Alfons Hörmann hat im Dopingfall um drei russische Weltklasse-Biathleten harsche Kritik an der russischen Teamführung und speziell an seinem Vorstandskollegen Alexander Tichonow geübt. (Doping-Fälle bestätigt)

"Es ist eindeutig erwiesen, dass die drei Russen gegen die Gesetze verstoßen haben. Die einzig richtige Reaktion wäre es gewesen, sich als Verband dafür zu entschuldigen. Stattdessen wurden die Dinge bagatellisiert. Das ist unmöglich und inakzeptabel", sagte Hörmann.

Der in der Internationalen Biathlon-Union (IBU) für den Bereich Marketing zuständige Präsident des DSV bezeichnete IBU-Vizepräsident Tichonow, der die Dopingfälle mehrfach öffentlich kleingeredet hatte, als "sportpolitischen Geisterfahrer".

Sanktionen gegen Russland?

Es sei fatal, wenn der erste Vizepräsdent den vorbildlichen Kampf des IBU-Vorstandes gegen Doping so beschädige.

Hörmann kündigte an, auf der regulären Sitzung des IBU-Vorstandes am Freitag in Pyeongchang die Vorwürfe ebenso zu einem Hauptthema machen zu wollen wie die Diskussion um mögliche Sanktionen gegen Russlands Verband.

"Die IBU muss jetzt aufmerksam beobachten, ob den Worten, die von der neuen russischen Verbandsspitze zu hören sind, auch zügig ein Handeln folgt, wie wir es von einem unserer wichtigsten Mitgliedsverbände in dieser schwierigen Situation erwarten", sagte Hörmann.

Hörmann gegen Boykotte

Aktuell diskutierte Boykotte von Wettbewerben in Russland lehnte Hörmann in diesem Zusammenhang aber ab.

"Ob wir in der IBU über Sanktionen reden müssen, hängt davon ab, ob die Dinge sich in Russland wie angekündigt verändern oder ob die Dopingfälle nur als eine Art Betriebsunfall gewertet werden", sagte er.

Friedensgipfel in Trondheim

Derweil wurde beschlossen, dass es beim Weltcup in Trondheim Mitte März einen Friedensgipfel zwischen Russland und den anderen Mannschaften geben soll.

Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Russlands Kapitän Maxim Tschudow und dem Norweger Ole Einar Björndalen. (Tschudow reicht Björndalen die Hand)

"Wir müssen miteinander reden und Entscheidungen treffen, wie es weitergehen soll", sagte Tschudow.

Morddrohungen nach Beleidigung

Das Verhältnis zwischen den Russen und den restlichen Nationen ist spätestens seit den Dopingfällen Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko angespannt.

Angeblich hat das schwedische Team nach verunglimpfenden Äußerungen ("Idioten") sogar Morddrohungen erhalten.

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