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Für Michael Greis war es die erste Medaille bei dieser WM © getty

Die deutsche Mixed-Staffel holt bei der Biathlon-WM eine weitere Medaille. Nach einer Aufholjagd war aber sogar mehr drin.

Pyeongchang - Titel verloren, Bronze gewonnen: Freudestrahlend standen Andrea Henkel, Simone Hauswald, Arnd Peiffer und Michael Greis mit ihrer Medaille auf dem Siegerpodest und warfen nach dem dritten Platz in der Mixedstaffel jubelnd ihre Blumensträuße ins Publikum.

Frankreich feierte sein erstes Gold beim Championat in Pyeongchang. Schweden wurde Zweiter.

"Bei meinem letzten Schuss stand ich am Stand und wusste: Fehler heißt Strafrunde, Treffer heißt Bronze. Bitte, bitte Bronze, habe ich gedacht", sagte Schlussläufer Michael Greis: "Es war ein tolles Rennen und hat riesigen Spaß gemacht."

Bis kurz vor Schluss auf Siegkurs

Bis zum letzten Schießen war der kurzfristig ohne die leicht verschnupfte Magdalena Neuner (für sie lief Hauswald) aufgestellte Titelverteidiger voll auf Siegkurs.

Dann aber räumten der Franzose Simon Fourcade und der Schwede Carl Johan Bergmann einfach schneller ihre Ziele weg und holten so die entscheidenden Sekunden heraus.

Als im Ziel Franzosen und Schweden längst ein Jubelknäuel bildeten, trauten sich die deutschen Teamgefährten kaum, Greis in ihre Freude einzuschließen.

"Er hat sich geärgert, aber das war schnell vorbei. Wir haben nicht Gold verloren, wir haben Bronze gewonnen und in einem spannenden Rennen Werbung für unseren Sport betrieben", sagte Simone Hauswald, die nach Sprint-Silber bereits ihre zweite Medaille gewann.

Insgesamt sechste Medaille

Mit Kati Wilhelms zwei Titeln (plus einmal Silber) und dem zweiten Platz von Christoph Stephan (Stephan holt Silber) steht die deutsche Medaillen-Ausbeute vor dem Abschluss-Wochenende mit den beiden Staffeln und Massenstarts bereits bei sechsmal Edelmetall.

"Eine hervorragende Bilanz", sagte der Präsident des DSV, Alfons Hörmann, der die Siegerehrung durchführte.

Peiffer stopft riesieges Loch

"Auf dem Siegerpodest musste ich mich mal wieder kneifen. Besser konnte meine Ausbeute bei der ersten WM überhaupt nicht sein", meinte Arnd Peiffer.

Der Youngster, der erst im Januar überhaupt in den A-Kader aufrückte, avancierte mit einer überragenden Leistung zum deutschen Medaillen-Garanten. Von Platz fünf aus stopfte er ein 30-Sekunden-Loch zur Spitze und brachte so Greis in eine erstklassige Position.

Staffel-Nominierung möglich

"Als ich im Ziel war, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen", meinte der Debütant. "Das ich überhaupt laufen durfte, war schon ein überragendes Erlebnis. Und die Medaille sehe ich einfach als Bonus. Jetzt haue ich mich ins Bett und träume. Ich bin fertig."

Sehr viel Zeit zum Träumen dürfte dem Newcomer in Südkorea nicht bleiben, denn Bundestrainer Frank Ullrich eröffnet sogar Chancen auf einen Einsatz in der abschließenden Männerstaffel eröffnet: "Arnd hat sich heute einem Staffel-Einsatz enorm genähert. "

Schärfere Strafen für Dopingsünder gefordert

Am Rande des Rennens informierte die ARD darüber, dass die drei im WM-Vorfeld des Dopings überführten Russen vermutlich ein sogenanntes Epo-Biosimilar aus chinesischer oder russischer Produktion genutzt hätten.

Ein Epo-Biosimilar ist verwandt mit dem klassischen Epo, das sich nur minimal von der althergebrachten Epo-Variante unterscheidet.

Zudem unterschrieben bereits 23 Verbände, darunter Deutschland, Norwegen und andere führende Biathlon-Nationen, einen offenen Brief an IBU-Präsident Anders Besseberg, in dem sie schärfere Strafen gegen Dopingsünder fordern. ("Sportpolitischer Geisterfahrer")

Nach Auskunft von Mitinitiator Max Cobb (USA) sei eine Mail mit Bitte zur Unterschrift vom russischen Verband noch nicht beantwortet worden

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