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Wolfgang Pichler traininert die schwedische Damen- und Männermannschaft © getty

Ein ungewöhnliches "Geburtstagsgeschenk" bescherte der russische Präsident Dmitri Medwedew einem schwedischen Biathleten.

Pyeongchang - Riesen-Aufregung bei Schwedens Biathleten in Pyeongchang.

"Wir haben eine SMS aus dem Kreml bekommen. Präsident Medwedew hat versprochen, hart gegen Doping in Russland vorzugehen. Das ist der Hammer", erzählte Trainer Wolfgang Pichler.

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) bekam am WM-Ruhetag noch mehr Neuigkeiten aus Russland zu lesen und beschäftigte sich auf ihrer Vorstandstagung zudem mit den Athletenforderungen nach härteren Strafen für Doper.

Besonderes "Geschenk"

"Ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag hat Mathias Nielsson die SMS von Dmitri Medwedew bekommen. Wir haben erst gedacht, es ist ein Spaß, aber wir haben das nachverfolgt. Das kam wirklich aus der Regierung. Für uns sind das sehr positive neue Zeichen", sagte Pichler.

Bei Nielsson waren zuletzt ebenso wie bei einigen anderen Athleten diverse Mails mit Morddrohungen aus Russland eingegangen.

Sicherheit garantiert

Danach hatten die Schweden gedroht, das Weltcup-Finale in Chanty Mansijsk zu boykottieren. Mittlerweile sind die geforderten Sicherheits-Garantien aus Moskau eingetroffen und nun eben sogar eine präsidiale SMS.

"Ich habe auch davon gehört. Wenn das stimmt, ist es ein weiteres positives Signal. Es sieht so aus, als ob Russland jetzt den richtigen Weg eingeschlagen hat", sagte Anders Besseberg. Beim IBU-Präsidenten aus Norwegen war am Morgen ein Schreiben des neuen russischen Verbandschefs Michail Prochorow eingegangen. (DATENCENTER: Alle Biathlon-Ergebnisse)

Keine Entschuldigungen von Doping-Sündern

"Prochorow hat uns seine volle Unterstützung im Anti-Dopingkampf zugesichert und versprochen, die aktuellen Fälle in seiner Mannschaft mit aller Konsequenz zu untersuchen und die Schuldigen zu ermitteln. Der IBU-Vorstand hat diesen Brief als sehr positiven Schritt Russlands in die richtige Richtung gewertet", sagte Besseberg.

Prochorow hat die Einberufung einer Sonderkommission angekündigt, die die Vorfälle engültig klären soll.

Dagegen sind von den drei als Doping-Betrüger überführten Weltklasse-Athleten Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko statt Geständnissen und Entschuldigungen weiterhin nur Unschuldsbekundungen zu vernehmen.

Aktive fordern drastische Strafen

Intensiv befassten sich die Granden der Skijäger-Zunft auch mit dem am Vortag von mehr als 20 nationalen Verbänden (darunter auch Deutschland) initiierten offenen Brief an Besseberg, worin härtere Strafen in Dopingfällen gefordert wurden.

"Die Aktiven haben uns damit gezeigt, dass sie voll auf einer Linie mit der harten Haltung des IBU-Vorstandes sind. Darüber haben wir uns sehr gefreut", sagte Besseberg.

Die im Brief angemahnten Verschärfungen wie zum Beispiel lebenslange Sperren nach Blutmanipulationen und für Doping-Helfer oder Entzug internationalen Biathlon-Wettbewerbe für Nationen mit Dopingfällen würden geprüft.

Allerdings schränkte Besseberg ein, dass die IBU zunächst dem neuen Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verpflichtet sei und diesen strengstens umsetze.

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