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Mit ihren drei Nachlade-Patronen traf Kati Wilhelm zwei Scheiben © getty

Nach einer Strafrunde von Kati Wilhelm belibt der deutschen Staffel Silber. Auch Rösch verschießt seine Chance im Massenstart.

Pyeongchang - Ausgerechnet WM-Star Kati Wilhelm kassierte beim Showdown des letzten Staffel-Schießen gegen Olga Saizewa die Strafrunden-Niete und das vom Doping-Skandal belastete russische Biathlon-Quartett rannte zum Titel.

"Wir haben um Gold gekämpft und sind mit Silber zufrieden. Auch wenn mehr drin war", sagte Doppel-Weltmeisterin Wilhelm enttäuscht und wurde in Pyeongchang von den Teamgefährtinnen Martina Beck, Magdalena Neuner und Andrea Henkel noch im Ziel in die Arme geschlossen.

Das 15-km-Massenstartrennen der Männer endete mit einem überraschenden Österreicher-Doppelsieg von Dominik Landertinger vor Christoph Sumann. Iwan Tscheressow (Russland) wurde vor dem schwer geschlagenen dreifachen Südkorea-Weltmeister Ole Einar Björndalen (Norwegen) Dritter, Michael Rösch (Altenberg) dahinter Fünfter.

"Silber glänzt wie Gold"

"Kein Vorwurf an die Mädel. Der Wind war extrem böig. Alle haben ihr Bestes gegeben", nahm Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang sein nach den WM-Titeln 2007 und 2008 turmhoch favorisiertes Titelverteidiger-Quartett in Schutz.

"Wir hatten insgesamt drei Strafrunden und sind trotzdem Zweite. Da glänzt Silber wie Gold", ergänzte Magdalena Neuner, die selbst zwei Runden drehen musste, aber trotzdem nach knapp überstandener Erkältung ihren Beitrag zur siebten deutschen Medaille in Südkorea leistete.

Nachdem die hinter Martina Beck ("Saizewa hat die Gunst der Stunde genutzt, aber Kati hat es trotzdem super gemacht. Wir haben alle vier zusammen Silber gewonnen.") und Neuner als Dritte eingesetzte Andrea Henkel das Favoriten-Team in Führung gebracht hatte, kam alles auf das letzte Schießen an.

Unschuldsvermutung unter Vorbehalt

Saizewa und Wilhelm standen Seite an Seite. Die Russin war im stürmischen Wind die bessere Schützin.

"Ich habe ihr gratuliert. Russland war besser. Wir trauern dem Sieg nicht nach, denn wir haben einfach zu viele Fehler geschossen", meinte Wilhelm.

"Alle die heute gewonnen haben, wurden oft getestet und waren negativ. Ich hoffe, dass da nicht noch mehr ist. Im Moment sind sie für mich sauber. Was sonst noch in Russlands Team war, müssen Andere rauskriegen", ergänzte die Thüringerin mit Blick auf die drei Dopingfälle. (Doping-Skandal: SMS aus dem Kreml)

Greis gibt entnervt auf

"Zwei Fehler beim letzten Schießen, das ist eigene Dummheit. Ich hatte die Chance auf eine Medaille", kommentierte Michael Rösch enttäuscht sein bisher bestes WM-Einzelresultat.

Weit schlimmer traf es Teamkollegen Michael Greis, der sich bei den ersten drei Schießübungen insgesamt sechs Fehler einhandelte und entnervt aufgab. 20-km-Vizeweltmeister Christoph Stephan belegte Platz 21.

"Ob ich nun 20. oder 25. werde, ist doch egal. Nach den Fehlschüssen war mir klar, dass ich das Rennen nicht zu Ende laufe", sagte Michael Greis, der auch in der Mixed-Staffel nicht zu alter Stärke gefunden hatte (Greis verpulvert Mixed-Gold). "Ich habe offenbar den Wind falsch eingeschätzt. Beim Schießen läuft es hier einfach nicht rund."

Erster Titel seit 2000

Euphorisch feierten die Österreicher ihren ersten WM-Titel seit neun Jahren. 2000 hatte am Holmenkollen in Oslo Wolfgang Rottmann über 20 km gewonnen - vor Landsmann Ludwig Gredler.

Der zweifache Saisonsieger Österreich ist nun am Sonntag (11.15 Uhr LIVE) auch Topfavorit für die abschließende 4x7,5-km-Staffel. Zuvor (9 UhrLIVE) bestreiten die Frauen ihren Massenstart.

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