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Youngster Arnd Peiffer gewann bei seiner WM-Premiere bereits Bronze in der Mixed-Staffel © getty

Greis und Co. steigen auf das Staffelpodest. "König Ole" krönt sich selbst. Die Frauen erleben im Massenstart eine böse Schlappe.

Pyeongchang - Die deutschen Biathleten haben bei der abschließenden Staffel der WM in Pyeongchang Bronze gewonnen.

Das Quartett mit Michael Rösch (Altenberg), Christoph Stephan (Oberhof), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Michael Greis (Nesselwang) lag nach 4x7,5 Kilometern 32,7 Sekunden hinter dem neuen Weltmeister Norwegen, bei dem Ole Einar Björndalen sein viertes Gold in Südkorea gewann.

Silber gewann Österreich (12,6 Sekunden zurück). Olympiasieger Deutschland wartet damit seit dem Titel 2004 weiter auf WM-Gold.

Zufriedene Männer

Dennoch herrschte im Männer dem nach dem Finale gute Stimmung.

"Damit können wir sehr zufrieden sein", sagte Michael Greis. "Die Jungs haben gefightet bis zum Schluss. So muss das bei einer WM sein", meinte Frank Ullrich, der explizit Jungstar Arnd Peiffer lobte, der von seiner ersten WM zweimal Bronze mit nach Hause nimmt und laut Ullrich "großes Biathlon" zeigte.

Niederlage für Frauen

Zuvor allerdings hatten die deutschen Favoritinnen im WM-Massenstartrennen eine deutliche Niederlage erlitten.

Ex-Weltmeisterin Andrea Henkel belegte als Beste des extrem schlecht schießenden deutschen Quintetts nur Platz 5, Titelverteidigerin Magdalena Neuner wurde 7. und Doppel-Weltmeisterin Kati Wilhelm nach Sturz und sieben Strafrunden sogar Letzte.

Den Sieg sicherte sich nach 12,5 km Olga Saizewa (Russland) vor Anastasia Kuzmina (Slowakei) und Helena Jonsson (Schweden).

Trainer Müssiggang verärgert

"Wir haben am Ende nur auf Krawall geschossen. Wenn man eine Medaille gewinnen will, muss man wenigstens gezielte Schüsse abgeben", wetterte Bundestrainer Uwe Müssigang. "Heute bin ich richtig enttäuscht. Wir hatten in diesem Rennen weit mehr vor."

Das Dilemma begann bereits auf der Startrunde, als Kati Wilhelm in Führung liegend ohne Fremdeinwirkung stürzte und auf den letzten Platz durchgereicht wurde.

"Ich bin weggerutscht und habe nach dem Sturz einfach nicht mehr ins Rennen gefunden. Ich hätte mir einen besseren Abschluss gewünscht, aber für mich war es trotzdem eine tolle WM", sagte die Thüringerin, die mit zweimal Gold und zweimal Silber zur erfolgreichsten WM-Starterin in Südkorea avancierte. (Doping-Skandal: SMS aus dem Kreml)

Nur Silber für Neuner

"Eigentlich wollte ich gar nicht laufen, weil mir die Erkältung noch mächtig in den Knochen steckt. So gesehen war Platz 7 gar nicht schlecht", sagte Magdalena Neuner.

Die bei den Titelkämpfen 2007 und 2008 jeweils mit dreimal Gold dekorierte Wallgauerin fährt nur mit Staffelsilber im Gepäck nach Hause.

"Damit kann ich gut umgehen. Ich wollte wenigstens eine Medaille. Das habe ich geschafft, aber hier muss ich wirklich nicht wieder hinfahren."

Nicht die Lieblings-WM

Andrea Henkel brachte die allgemeine Stimung im deutschen Team auf den Punkt: "Ich hatte schon bessere und schlechtere Weltmeisterschaften (Greis verpulvert Mixed-Gold), aber bisher nur schönere."

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