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Tina Bachmann (r.) schaffte im März zwei Europacup-Siege in Valromey-Retord © imago

DSV-Youngster Tina Bachmann siegt beim Sprint-Finale. Die zweitplatzierte Zimmerkollegin führt ein Zielwässerchen als Grund an.

Chanty-Mansijsk - Nobody Tina Bachmann hat der gesamten Biathlon-Elite ein Schnippchen geschlagen und sich im dritten Weltcup ihrer Karriere sensationell den ersten Sieg geschnappt.

Die 22-Jährige gewann in Chanty-Mansijsk den Sprint vor Zimmerkollegin Simone Hauswald. Magdalena Neuner wurde Vierte.

Trotz Tagesplatz 20 verkürzte Kati Wilhelm ihren Rückstand zu Weltcup-Spitzenreiterin Helena Jonsson auf elf Punkte.

"Schlecht geschlafen, gut geschossen"

"Ich kann es gar nicht fassen. Biathlon ist eben immer für Überraschungen gut", sagte Tina Bachmann nach ihrem Überraschungs-Coup, der ihr auch noch die Rekordprämie von 10.000 Euro einbrachte.

"Ich habe schlecht geschlafen und dann trotzdem gut geschossen. Von alleine kommt so eine Leistung nicht. Ich habe sehr gut trainiert und konnte das heute beweisen."

Die von Bundestrainer Uwe Müssiggang ("Tina hatte zuletzt einige Hänger beim Schießen, aber heute hat sie es überragend gemacht.") am Saisonende erstmals nominierte Osterzgebirglerin aus

der Nähe von Altenberg leistete sich keinen einzigen Fehler beim Schießen und war auf der 7,5-km-Laufstrecke exakt 3,7 Sekunden schneller als Simone Hauswald.

Wilhelms schlechtester Sprint

"Wir haben am Abend vor dem Rennen noch ein kleines Zielwässerchen von Tinas Oma getrunken. Das hat scheinbar uns beiden geholfen", meinte die über ihren siebten Podestplatz im zu Ende gehenden Winter ebenfalls "überglückliche" Simone Hauswald.

"Für Tina ist das natürlich ein Super-Einstand. Dafür habe ich einige Jahre länger gebraucht."

Bedient war trotz erstklassiger Ausgangsposition im Kampf um den Gesamtweltcup Kati Wilhelm. "Ich hatte heute die große Chance, entscheidende Punkte gegen Helena gut zu machen. Das hat nicht geklappt. Ich bin enttäuscht", sagte die Olympiasiegerin, die als 20. ihren schlechtesten Sprint des gesamten Winters ablieferte.

"Nur ein gutes Rennen machen"

Rivalin Helena Jonsson patzte aber ebenfalls zweimal beim Schießen, wurde knapp vor Wilhelm 19. und verlor aufgrund von Streichwerten in der letzten Weltcup-Phase die Hälfte ihres zuvor 22 Punkte betragenden Vorsprungs in der Gesamtwertung. (DATENCENTER: Der Biathlon-Weltcup)

Immerhin gewann die Schwedin aber die kleine Kristallkugel für die Sprint-Beste der Saison und startet am Samstag (14.15 Uhr LIVE) 1,7 Sekunden vor Wilhelm in das Jagdrennen.

"Ich werde einfach nur versuchen, ein gutes Rennen zu machen und nicht dauernd an Jonsson zu denken. Wenn man sich immer darauf konzentriert, dann macht man nur Fehler", meinte Wilhelm.

Peiffer als Erster in die Jagd

Beim Saison-Finale der Skijäger im Erdöl-Zentrum Westsibiriens bestreiten vor den Frauen am Samstag die Männer ihr Jagdrennen über 12,5 km (12.15 Uhr LIVE).

Sprint-Überraschungssieger Arnd Peiffer aus Clausthal-Zellerfeld (Peiffer fabelhaft im Sibirien-Sprint) geht dabei als Erster auf die Strecke.

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