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Kati Wilhelm hat nun zwölf Podestplätze im Massenstart in ihrer Erfolgs-Vita © getty

Simone Hauswald siegt beim letzten Rennen der Saison. Kati Wilhelm gibt beim letzten Schießen die große Kugel aus der Hand.

Chanty-Mansijsk - Jubel um die Tagessieger Simone Hauswald und Magdalena Neuner (Neuner gewinnt letzte Verfolgung), aber großer Frust bei Kati Wilhelm.

Die große Favoritin verpasste in der knappsten Entscheidung der Biathlon-Geschichte in Chanty-Mansijsk den Gewinn des Gesamtweltcups durch zwei Fehler beim letzten Schießen der Saison. Sie war den Tränen nahe, "bitter enttäuscht und verärgert".

Punktgleich mit der Thüringerin eroberte Helena Jonsson (Schweden) die mit 25.000 Euro dotierte große Kristallkugel, weil sie im abschließenden Massenstart hinter Hauswald Zweite (Wilhelm nur 6.) war und im Saisonverlauf ein Rennen mehr gewann (4:3) als Wilhelm.

"Erst mal einen Frusttrunk"

"Ich werde erstmal einen Frusttrunk nehmen und dann richtig feiern. Ein zweite Platz punktgleich mit der Siegerin ist doch auch nicht so schlecht", sagte Kati Wilhelm in einer der bittersten Stunden ihrer Laufbahn tapfer in das "ARD"-Mikrofon.

Und ergänzte sportlich fair: "Ich habe versucht, alles zu geben. Aber ich war nicht stark genug. Helena hat verdient den Weltcup gewonnen."

Bis zum letzten Schießen des Massenstarts hatte Wilhelm die Kristallkugel fest im Blick. Dann traf sie zweimal nicht, Jonsson aber alles.

Trost vom Schweden-Coach

Wilhelm fiel aus der Spitze auf Platz sechs zurück, Jonsson behauptete Platz zwei hinter Simone Hauswald und holte damit exakt die 952 Punkte, die zum Gesamtsieg nötig waren. (DATENCENTER: Der Biathlon-Weltcup)

Mit dem dritten Saisonsieg habe ich meine traumhafte Saison gekrönt, aber ich habe bis zum Schluss für Kati gehofft. Sehr schade, dass es so ausgegangen ist", sagte Simone Hauswald mit gebremster Freude.

"Die Glücklichere hat den Weltcup gewonnen, und das auch noch punktgleich. So etwas hat es noch nie gegeben", sagte Jonsson-Coach Wolfgang Pichler, während Bundestrainer Uwe Müssiggang tröstete: "Kati ist natürlich sehr traurig, aber sie hat Fantastisches geleistet."

"Gut aufgestellt" für Vancouver

Das traf am Saisonende nur bedingt auf die von Jonsson entthronte Titelverteidigerin Magdalena Neuner zu.

Einen Tag nach ihrem Sieg im Jagdrennen schluderte die Wallgauerin im Massenstart wieder einmal beim Schießen, musste acht Strafrunden drehen und flog durch Tagesplatz 12 in der Gesamtwertung als Vierte vom Siegerpodest.

"Wir haben eine gute Mischung zwischen alten und jungen Athleten und sind für den Olympiawinter gut aufgestellt", bilanzierte der umstrittene Bundestrainer Frank Ullrich (Missachtete der DSV Warnung vor Ullrich?) die Saison.

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