vergrößernverkleinern
Frank Luck gewann unter Bundestrainer Frank Ullrich 2002 zwei Mal Olympia-Silber © imago

Der geständige Doppel-Olympiasieger Frank Luck entlastet seinen Ex-Coach. Jetzt soll er Kronzeuge im "Fall Ullrich" werden.

München - Frank Luck nimmt seinen früheren Trainer Frank Ullrich in Schutz und soll als einer der Kronzeugen vor der Doping-Kommission des Deutschen Skiverbandes aussagen.

Der elfmalige Weltmeister bekräftigte nach seinem Geständnis, ohne Wissen gedopt worden zu sein, dass der heutige Bundestrainer Ullrich nichts mit den Vorkommnissen in der damaligen DDR zu tun gehabt hat.

Der elfmalige Weltmeister Frank Luck hat nach seinem Doping-Geständnis Bundestrainer Frank Ullrich in Schutz genommen.

"Ich kann ganz klar sagen, dass Frank Ullrich niemals anwesend war, wenn wir diese Pillen bekamen", sagte Luck der "Thüringer Allgemeinen".

Luck beschuldigt Mannschaftsarzt

Ullrich habe ihn auch nie angehalten, irgendwas zu schlucken.

Er habe die Pillen vom damaligen Mannschaftsarzt Dr. Arlt bei Trainingslagern erhalten und diesen dann nie wieder gesehen.

Die von DSV-Vizepräsident Franz Steinle geleitete Ullrich-Kommission wird Lucks in der Presse getätigten Aussagen in ihre Ermittlungen einbeziehen.

Kommission sondiert Sachlage

"Die DSV-Kommission ist derzeit dabei, die Sachlage zu sondieren. Insoweit werden auch die zu diesen Vorwürfen bereits erfolgten Stellungnahmen beigezogen, wie beispielsweise auch die von Frank Luck. Nach der Bestandaufnahme sind Anhörungen geplant", sagte Steinle.

Steinle betonte erneut, dass aufgrund der komplexen Aufgabenstellung nicht vor Mai mit einem ersten Meinungsbild der Kommission zu rechnen sei: "Bis dahin haben die Mitglieder der Kommission Vertraulichkeit über den Verlauf und den Stand der Erhebungen vereinbart."

Luck betonte derweil, seine späteren Erfolge, neben den elf WM-Titel auch zwei olympische Goldmedaillen, ohne Doping erreicht zu haben.

"Ich habe meine Erfolge sauber errungen"

"Ich kann reinen Gewissens in den Spiegel schauen. Ich habe meine Erfolge sauber errungen, ohne jegliche unlautere Mittel", betonte der Oberhofer. Der 41-Jährige hatte seine Karriere 2004 beendet und arbeitet heute als TV-Kommentator sowie im Sportmarketing einer Bank.

Luck hatte, wie am Montag bekannt wurde, 1994 bei einer Vernehmung durch das Landeskriminalamt Thüringen ausgesagt, dass ihm vor der Saison 1987/88 das DDR-Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht worden sei (Luck gesteht: Unwissentlich gedopt). Er habe dies aber erst gemerkt, als die LKA-Beamten ihm die Pillen vorgelegt haben.

Der heutige Bundestrainer Ullrich war unter anderem vom früheren Biathleten Jürgen Wirth der Verstrickung ins DDR-Dopingsystem beschuldigt worden. (Ordnete Ullrich Doping an?)

Roetsch hat reines Gewissen

Der Coach hatte die Vorwürfe jedoch energisch zurückgewiesen, mittlerweile untersucht eine Kommission des Deutschen Skiverbandes die Anschuldigungen.

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen hatte Frank Peter Roetsch, mit Luck 1989 Staffel-Weltmeister, bereits mitgeteilt, nie Doping betrieben zu haben: "Mit mir war Doping nicht zu machen. Ich habe nichts genommen."

Auch Lucks frühere Mitstreiter Matthias Jacob, Sven Fischer, Peter Sendel, Frank-Peter Roetsch und Andre Sehmisch hatten erklärt, von Ullrich nie zur Einnahme von Dopingmitteln aufgefordert worden zu sein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel