Wolfgang Pichler, deutscher Trainer der russischen Frauen-Nationalmannschaft, hat den Biathlon-Weltverband IBU wegen fehlender Hormontests kritisiert.

"Wenn ich sehe, dass die IBU nicht auf Wachstumshormone testet, dann kann ich das nur schwer begreifen", sagte Pichler im Vorfeld der Weltmeisterschaften in Ruhpolding: "Ich finde es schwach. Wenn man die Vorfälle der letzten Jahre mal so betrachtet, dann waren da meistens auch Wachstumshormone im Spiel."

Pichler betreut das russische Frauenteam seit dem letzten Sommer und legt für seine Athletinnen die Hand ins Feuer. "Wir sind clean, ich garantiere das", sagte der 57-Jährige und ergänzte: "Ich glaube, dass es für den Biathlonsport ein Glück ist, dass ich nach Russland gekommen bin. Es ist da schon ein anderer Zug reingekommen."

Bevor der deutsche Coach nach Osteuropa gewechselt war, hatten mehrfach Dopingskandale im Biathlon das Land erschüttert.

Der gebürtige Ruhpoldinger setzt sich deswegen seit seinem Amtsantritt auch in Russland für den sauberen Sport ein.

"Ich verliere sofort meinen Vertrag, wenn es einen Dopingfall gibt. Wenn das bei den Frauen passieren sollte, dann kann ich mich nicht davonstehlen", sagte Pichler, der früher in Schweden bereits Magdalena Forsberg zu mehreren WM-Titeln und sechs Siegen im Gesamtweltcup geführt hatte.

Bei seinem neuen Arbeitgeber soll er ein schlagkräftiges Team für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi formen.

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