Kati Wilhelm schildert ihre Rolle als Fernsehzuschauerin und ihr Missgeschick beim Schießen im ersten Staffel-Rennen der Saison.

Liebe Biathlon-Freunde,

Gestern habe ich die Wettkämpfe mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet - vor dem Fernseher.

Ich spüre schon seit einigen Tagen, dass mein Hals kratzt und ich nicht so richtig topfit bin und so hatte ich Uwe gebeten, mich von der 15-km-Startliste zu streichen. So konnte ich dann mal die Kolleginnen vor dem Bildschirm verfolgen.

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Letzte Woche, beim ersten Hochfilzen-Weltcup, hatte ich es ja geschafft, mich von meinem unglücklichen 19. Platz im Sprint im Verfolger wenigstens auf Platz 9 vorzuarbeiten. Die anderen Mädels konnten sich zum Teil noch besser platzieren:

Hier noch einmal ein ganz dickes "Herzlichen Glückwunsch!" an Simmi, die ja im Sprint ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt erkämpft hatte.

Dann kam am Sonntag das erste Staffelrennen der Saison. Ich habe als Schlussläuferin nach Simmi an zweiter Stelle gewechselt. Die erste Runde lief sehr gut und ich konnte den Zeitabstand halten. Aber dann kam das Liegendschießen und fragt mich nicht, aber da waren die "Schießgötter" mir wohl nicht gut gesonnen!

Der erste Schuss - daneben. Kurz durchatmen, konzentrieren - dann Schuss 2 und 3, jeweils ein Treffer. Man denkt, jetzt läuft es wieder, alles okay. Dann Schuss 4 und 5 - beide daneben! Der Puls fängt an zu rasen - es gibt ja drei Nachlader - alles nicht so wild. Jetzt aber alle treffen? Ihr habt es gesehen, 2 gingen noch mal daneben.

Als ich dann nach den zwei Strafrunden an der Zeitmessung auf die Strecke raus lief, schaute ich auf die Videowalls - mit 3 Minuten auf Platz 6!

Es ist schon immer sehr blöd, wenn man bei einem Wettkampf selbst schlecht dasteht, aber bei einer Staffel, könnt ihr euch vorstellen, ist das 4-fach blöd!

Also habe ich noch einmal alles gegeben, konnte auf der 2. Runde auch einige Sekunden wettmachen. Als ich zum Stehendanschlag kam, dachte ich nur - du kannst das, du machst das - und siehe da, die Götter waren wieder mit mir! - 5 mal Null! Mit der Teamläuferin der Ukraine im Nacken lief ich dann auf 4 aus dem Stadion auf die letzte Runde.

Da merkte ich dann wie die Ukrainerin immer weiter zurück blieb und somit konnte ich immerhin noch den 4. Platz für unsere Staffel nach Hause bringen - im Ziel warteten Andrea, Martina und Simmi schon auf mich - wir wissen alle, dass so etwas jedem von uns immer passieren kann.

Die Mädels hatten über 15 km ordentlich mit den schlechten Wetterbedingungen zu kämpfen. Dicker Schneefall, schlechte Sicht, Wind aus allen Richtungen. Das macht das Laufen und das Schießen zu einer echten Tortour! Für mich sehr interessant auch einmal zu sehen, wie stark in dieser Saison die Konkurrenz ist!

Natürlich weiß man das aus allen Wettkämpfen, aber aus dieser Sicht, vor dem TV, konnte ich mein Bild noch verdeutlichen. Ganz klar, die Russen haben eine sehr starke Mannschaft - Damen wie Herren, aber auch mit den Norwegerinnen sowie einige Französinnen und Schwedinnen ist zu rechnen. Da heißt es für uns auch kämpfen und dran bleiben - die Luft wird dünner.

Bis bald Eure Kati

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