Der WM-Drittplatzierte Michael Rösch berichtet im Tagebuch von der Party nach der WM und ihren Folgen am nächsten Morgen.

Liebe Biathlon-Freunde,

Ich kann mich ja immer noch aufregen: auch wenn die WM längst abgehakt ist, stelle ich mir noch immer die Frage, was in den Köpfen der IBU-Funktionäre los war, als sie Pyeongchang als Austragungsort bestimmt haben.

Aktuell hätte ich drei viel bessere Austragungsstätten parat: Mittenwald, wo Martina Beck am Dienstag als Frühsport einen Meter Neuschnee vor der Haustür wegschaufelte, Ruhpolding, wo Ricco Groß sein Hausdach zur selben Zeit von über einem Meter Schnee befreite, oder Altenberg, das ich am Montagnacht wegen Schneestürmen und ?verwehungen kaum erreichte, ehe ich dann um 2 Uhr morgens endlich im Bett lag.

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Bei ein bisschen Rückblick auf die WM erwische ich mich aber natürlich immer noch. Ich bin glücklich, dass ich in der Staffel meine Medaille auch noch gewonnen habe. So richtig zufrieden aber bin ich mit meinen Ergebnissen natürlich nicht.

Das können auch eigentlich nur Kati, Kralle und Arnd sein. Alle anderen haben doch die Erwartungen nicht erfüllt?

An die sechs Lauf- und Schieß-Bewerbe schloss sich traditionell natürlich noch eine der härtesten Übungen an: die Anschlußfete. Da die Athleten aller Nationen in einem Hotel untergebracht waren, wurde es dieses Mal zu einer heftigen Multi-Kulti-Party. 66185(DIASHOW: Der deutsche WM-Kader)

Um 2 Uhr läutete der Schlussgong, weil ja um 5 Uhr schon die Busse richtig Flughafen Seoul abfuhren. Nicht wenige aber haben auch in den verbliebenen drei Stunden auf die horizontale Körperhaltung verzichtet und weiter den aufrechten Gang geprobt (mit unterschiedlichstem Erfolg).

Mit den Gesichtern einiger Bus-Insassen war dann wenigstens noch etwas weiß inmitten dieser braun-grünen Landschaftssuppe Südkoreas. Der Flug war dann total relaxend, weil sich Ali und ich plötzlich in der First Class wiederfanden.

Keine Ahnung, warum die Wahl in dem Flughafenchaos gerade auf uns fiel. Vielleicht hatten wir das charmanteste Lächeln. Beim Zwischenstopp in Frankfurt erwartete mich eine Big Mac-Einladung, die ich aber ausschlug.

Nach zwei Reis-Wochen wollte ich meinen Magen nicht überstrapazieren und entschied mich für eine asiatische Nudelpfanne.

Jetzt ist erst mal Ruhe. Doch das Training geht schnell wieder los. Denn bei den drei Abschluss-Weltcups werde ich nochmals Gas geben.

Euer EBS

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