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Manuel Machata wurde 2006 Juniorenweltmeister im Viererbob © getty

Manuel Machata sorgt beim Weltcup-Auftakt der Bobfahrer für eine Sensation. Auch Platz zwei geht an einen Deutschen.

Berlin/Whistler - Die deutschen Bobfahrer haben das Jahr eins nach dem Rücktritt des viermaligen Olympiasiegers Andre Lange mit einem Paukenschlag begonnen.

Beim Weltcup-Auftakt auf der umstrittenen Olympia-Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler triumphierte im Zweier der Potsdamer Newcomer Manuel Machata vor Karl Angerer aus Königssee, der sich den zweiten Platz mit dem zeitgleichen Kanadier Lyndon Rush teilte.

Der Oberhofer Maximilian Arndt rundete als Fünfter das starke deutsche Mannschaftsresultat ab. Auch die deutschen Skeletonfahrerinnen hatten dank des Sieges von Marion Thees und Platz drei für Anja Huber allen Grund zum Jubeln.

"Wir sind alle sehr, sehr glücklich", sagte Überraschungssieger Machata und ließ seiner überschwänglichen Freude über den ersten Platz bei seiner Weltcuppremiere auf seiner Facebookseite freien Lauf: "1. Plaaaaaaaaaaatz, yeeeeaaaaaaahhhhhhh."

Einstand nach Maß für Langen

Der 26-Jährige bescherte auch dem neuen Bob-Cheftrainer Christoph Langen einen Einstand nach Maß.

"Ich habe den Jungs in der Abschlussbesprechung gesagt, dass jeder von ihnen um den Sieg mitfahren kann. Dass es am Ende wirklich geklappt hat, freut mich sehr", sagte der zweimalige Olympiasieger, der im Sommer die Nachfolge von "Goldschmied" Raimund Bethge antrat.

Machata hatte bereits in der Vorbereitung mit drei Siegen in vier internen Ausscheidungsrennen seine Topform angedeutet.

Größter Karriere-Erfolg

In Whistler ließ er sich mit Anschieber Andreas Bredau weder von den schwierigen Bedingungen mit Schneefall noch von der anspruchsvollen Bahn beeindrucken und feierte dank einer Siegerzeit von 1:44,06 Minuten den bislang größten Erfolg seiner Karriere.

Zuvor hatte der 102 kg schwere Modelathlet im zweitklassigen Europacup mit vier Gesamtsiegen und im Nachwuchsbereich mit zwei Junioren-Weltmeistertiteln geglänzt.

"Im Training lief es noch nicht so gut, denn die Bahn verlangt einem alles ab. Aber es macht auch viel Spaß", sagte Machata, der auch in der Nacht zum Sonntag im Vierer vorne angreifen will.

Auch Angerer mit Ausrufezeichen

Der nach dem ersten Durchgang nur Fünftplatzierte Angerer schob sich dank eines herausragenden zweiten Laufs mit Bestzeit noch auf Rang zwei (1:44,25) vor und unterstrich ebenfalls seine Ambitionen als Siegfahrer für die erste Saison nach Langes Rücktritt.

Wegen der Eiseskälte in Whistler hatte der Weltverband FIBT die Männerkonkurrenz vorgezogen und den Zweier-Wettbewerb der Frauen auf Freitagabend verlegt.

Dann sollen die Temperaturen noch einmal höher sein. Im Training waren wegen der spiegelglatten Eisfläche und der hohen Geschwindigkeiten einige Athleten gestürzt. Auf der Bahn war kurz vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele von Vancouver der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili tödlich verunglückt.

Skeletonis starten überzeugend

Auch die deutschen Skeletonis freuten sich über einen glänzenden Auftakt.

"Die Bedingungen waren sehr schwierig, weil im Training noch ein ganz anderes Wetter herrschte", sagte Cheftrainer Jens Müller: "Umso höher sind die Leistungen der Athletinnen einzuschätzen."

Thees, 2009 unter ihrem Mädchennamen Trott Weltmeisterin, konnte sich im Rennen wie so oft auf ihre fahrerischen Qualitäten verlassen, mit denen sie die gewohnt schlechten Startzeiten kompensierte.

Am Ende standen für die Achte der Winterspiele an selber Stelle zwei überlegene Bestzeiten zu Buche (1:48,98).

Platz zwei vor der Olympia-Dritten Huber (1:50,07) ging an die Lokalmatadorin Mellisa Hollingsworth (1:49,40). Katharina Heinz aus Winterberg belegte als dritte deutsche Starterin Rang acht (1:51, 13).

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