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Shootingstar Manuel Machata (v.) holte in seiner Karriere bislang vier Weltcupsiege © getty

Vor der Bob- und Skeleton-WM in Königssee setzt Christoph Langen die Messlatte hoch. Auf Viren sollen nun Medaillen folgen.

Königssee - Der Grippevirus ist überstanden, jetzt hat das Gold-Fieber Deutschlands Kufen-Asse gepackt.

Bei der am Freitag beginnenden Bob- und Skeleton-WM in Königssee wollen die Gastgeber der Konkurrenz wieder einmal davonfahren.

Vor allem Bob-Cheftrainer Christoph Langen setzt seine Athleten nach der erfolgreichen Weltcupsaison mit einem überaus ehrgeizigen Ziel unter Erfolgsdruck.

"Wir wollen in allen drei Wettbewerben den Titel holen. Das muss unser Anspruch sein", sagte der zweimalige Olympiasieger vor seiner WM-Feuertaufe als neuer Cheftrainer.

Langen setzt Messlatte hoch

Anders als sein Vorgänger, "Goldschmied" Raimund Bethge, stellt Langen auch öffentlich hohe Ansprüche: "Diesem Druck müssen die Sportler gewachsen sein."

Bei der vergangenen Heim-WM 2008 in Altenberg kamen die Bobfahrer mit dem Druck hervorragend zurecht und sammelten sieben von neun möglichen Medaillen. Allerdings dürfte der Heimvorteil auf der für 22 Millionen Euro modernisierten ältesten Kunsteisbahn der Welt in Königssee weniger groß sein. "Die Konkurrenz wird uns hier auf Augenhöhe begegnen", glaubt Langen.

Sorgen und Chancen

Zum Glück haben sich die deutschen Piloten rechtzeitig von einem Grippevirus erholt, der fast die komplette Mannschaft flachgelegt hatte. Sorgen bereiten dafür noch die zuletzt schwachen Startzeiten.

Große Chancen auf das erste WM-Gold der Titelkämpfe hat in den vier Läufen am Freitag und Samstag die Winterbergerin Sandra Kiriasis mit Anschieberin Berit Wiacker.

"Ich trete bestimmt nicht an, um da um Platz sechs mitzufahren", sagte die Olympiasiegerin von 2006, die ihren insgesamt vierten WM-Titel anpeilt. Ebenfalls mit Medaillenambitionen starten Cathleen Martini (Oberbärenburg) und Kiriasis' ehemalige Anschieberin Anja Schneiderheinze-Stöckel (Winterberg).

Machata als Hoffnungsträger

Im Zweier der Männer am Samstag und Sonntag sowie im Vierer eine Woche später ruhen die Hoffnungen vor allem auf Shootingstar Manuel Machata.

Nach seiner sensationellen Weltcup-Premierensaison mit dem Gesamtsieg im großen Schlitten und Platz zwei im Zweier steht der 26-Jährige auf jedem Favoritenzettel. "Das juckt mich gar nicht. Ich ziehe einfach mein Ding durch", sagte der Europameister aus Potsdam.

"Greifen vorne an"

Neben Machata macht sich auch Thomas Florschütz Hoffnungen auf seinen ersten internationalen Titel.

Der Olympia-Zweite aus Riesa verpasste zwar die ersten vier Weltcups der Saison wegen einer Bandscheiben-Operation, ist aber zuversichtlich: "Wenn wir die leichten Abstimmungsprobleme in den Griff bekommen, greifen wir vorne an."

Auch Karl Angerer aus Königssee werden auf seiner Heimbahn Medaillenchancen eingeräumt. Darüber hinaus haben sich Francesco Friedrich (Zweier) und Maximilian Arndt (Vierer) dank ihrer Junioren-WM-Titel zwei Startplätze erkämpft.

Huber ist Topfavoritin

Vier deutsche Männer-Bobs pro Disziplin bei einer WM - das hat es seit der Wiedervereinigung nicht gegeben.

Bei den Skeletonis geht die Olympia-Dritte Anja Huber aus Berchtesgaden als absolute Top-Favoritin ins Rennen. Die deutschen Männern haben dagegen nur Außenseiterchancen.

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