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Cathleen Martini wurde am 27. Mai 1982 geboren © getty

In Königssee holt Cathleen Martini Gold im Zweierbob. Sandra Kiriasis verpasst einen Podestplatz um wenige Hundertstel.

Königssee - Bobpilotin Cathleen Martini hat sich zum ersten Mal in ihrer Karriere den WM-Titel gesichert.

Die dreimalige Europameisterin aus Oberbärenburg siegte bei der Heim-WM in Königssee (So., ab 10.15 Uhr im LIVE-TICKER) nach einer Glanzleistung mit vier starken Läufen mit Anschieberin Romy Logsch aus Riesa vor der Amerikanerin Shauna Rohbock (0,22 Sekunden zurück).

Platz drei ging an Olympiasiegerin Kaillie Humphries (0,63) aus Kanada. Weltcupgesamtsiegerin Sandra Kiriasis (Winterberg/0,70) musste sich mit dem für sie enttäuschenden vierten Platz begnügen.

Gutes Debüt von Schneiderheinze-Stöckel

Anja Schneiderheinze-Stöckel aus Winterberg, die als Bremserin von Kiriasis 2006 Olympiagold gewonnen hatte, überzeugte bei ihrem WM-Debüt als Pilotin und wurde Achte.

Auf der Suche nach Worten

Nach dem Sieg nahm Cathleen Martini ihre Anschieberin Romy Logsch sekundenlang in die Arme, danach rang die neue Bob-Weltmeisterin von Glücksgefühlen überwältigt nach Worten.

"Das ist einfach nur geil", sagte die 28-Jährige mit Tränen in den Augen nach dem größten Erfolg ihrer Achterbahn-Karriere.

Erst Coolness, dann Zitterpartien und Party

"Ich war während des ganzen Wettkampfs ziemlich cool, die Zitterpartien sind jetzt die Interviews", sagte Martini.

Anschieberin Logsch, die zuvor schon im Bob von Sandra Kiriasis (Winterberg) 2007 und 2008 Weltmeisterin wurde, ehe ein "Zickenkrieg" das erfolgreiche Duo sprengte, kündigte eine lange Party-Nacht an: "Jetzt wird gefeiert. Jetzt gibt es kein Halten mehr."

Vom Pech verfolgt

Bislang war Martini in ihrer Karriere nicht gerade vom Glück verfolgt gewesen. Im vergangenen Jahr dominierte sie mit fünf Saisonsiegen den Weltcup, doch die Absage in Altenberg wegen einer Wadenverletzung kosteten Martini den Gesamtsieg.

Bei Olympia reiste sie mit hohen Erwartungen nach Vancouver, doch ein Horror-Sturz auf der gefährlichen Bahn ließ den Traum von einer Medaille platzen.Logsch flog bei Tempo 140 aus dem Bob und hilflos durch die Eisrinne.

Lange Pause

Die Sächsin musste danach monatelang pausieren und kehrte erst im Januar wieder zurück. "Wir mussten uns erst wieder finden. Aber jetzt haben wir wieder Spaß am Bobfahren", sagte Martini, die vor ihrem WM-Triumph nur ein Saisonrennen in Calgary gewonnen hatte.

Starke Quote

Von den bislang vergebenen neun WM-Titeln bei den Frauen ging dank Martinis Triumph bereits der siebte nach Deutschland. Erfolgreichste Athletin bleibt Kiriasis mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen.

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