vergrößernverkleinern
Thomas Florschütz (r.) ist der jüngere Bruder des Rennrodlers Andre Florschütz © imago

Thomas Florschütz plant zum Abschluss der Heim-WM in Königssee in der "Königsdisziplin" Vierer einen erneuten Angriff auf Gold.

München - Der "ewige Zweite" und seine Sehnsucht nach Gold:

Thomas Florschütz will zum Abschluss der Heim-WM in der "Königsdisziplin" Vierer endlich den Sprung nach ganz oben aufs Podest schaffen.

"Mein Ziel ist der Titel. In dieser Saison bin ich im Vierer nicht schlechter als im Zweier. Ich will meine Chance nutzen", sagte der Athlet aus Riesa vor den vier Läufen am Samstag und Sonntag in Königssee (Sa., ab 10.40 Uhr im LIVE-TICKER).

Am vergangenen Wochenende hatte Florschütz an seinem 33. Geburtstag im kleinen Schlitten zeitgleich mit Teamkollege Manuel Machata (Potsdam) Silber gewonnen.

Florschütz als Mutrmeltier

Wieder einmal war ein anderer, nämlich der Russe Alexander Subkow, besser als Florschütz, der sich vorgekommen sein muss wie Bill Murray im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". "Ich habe den Film nie gesehen, aber ich kenne natürlich den Inhalt", sagte der Olympiazweite.

Platz zwei scheint zumindest im Zweier das ganz persönliche Deja-vu-Erlebnis des dreimaligen Vize-Weltmeisters zu sein.

Auch in der internen Team-Rangliste war der Polizeivollzugsbeamte jahrelang nur die Nummer zwei hinter Andre Lange.

Als der viermalige Olympiasieger vor der Saison zurücktrat, wollte sich Florschütz endlich als Nummer-Eins-Fahrer im deutschen Team profilieren, doch eine Bandscheiben-Operation warf ihn weit zurück.

"Es tat mindestens genauso weh..."

Erst im Januar stieg der ehrgeizige Athlet wieder ins Training ein.

Zuvor musste er am Fernsehen mitverfolgen, wie die "jungen Wilden" um Weltcupgesamtsieger Machata in den Übersee-Rennen für Furore sorgten und ihm seinen Platz streitig machten.

"Es tat mindestens genauso weh wie die Bandscheibe, wenn man die anderen deutschen Bobfahrer, die man glaubt, schlagen zu können, im Weltcup dominieren sieht", gibt Florschütz offen zu.

Sein oberstes Ziel ist es daher auch, nach den finalen Durchgängen am Sonntag "bester Deutscher zu sein. Dieser Status ist mir sehr wichtig", verrät Florschütz, der im Vierer noch ohne Medaille bei großen Rennen ist.

Anschieber mit Siegergen

Wichtigster Helfer dabei ist Top-Anschieber Kevin Kuske, den Florschütz aus dem erfolgreichen Lange-Bob verpflichtete.

Das 116-kg-Kraftpaket bringt das Siegergen mit. Der Potsdamer gewann insgesamt elf Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften.

"Kevin ist ein super Anschieber. Ich habe eine tolle Crew", lobt Florschütz.

"Das wird eine ganz enge Kiste"

Mit seinem deutlich formulierten Ziel WM-Titel im Vierer will er auch alle Kritiker zum Schweigen bringen, die ihm fehlenden Killerinstinkt nachsagen.

"Ich werde ja nicht mit Absicht Zweiter. Ich will immer gewinnen", sagt Florschütz.

Die Konkurrenz im großen Schlitten ist jedoch stark. Neben Florschütz und Machata gelten auch Olympiasieger und Titelverteidiger Steven Holcomb sowie Zweier-Weltmeister Subkow als heiße Gold-Anwärter.

Bundestrainer Christoph Langen ist sich sicher: "Das wird wie im Zweier eine ganz enge Kiste."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel