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Christoph Langen ist seit 2010 Bundestrainer des deutschen Bobkaders
Christoph Langen gewann in seiner Laufbahn zweimal Olympisches Gold © getty

Bob-Bundestrainer Langen tritt bei der WM in Lake Placid erstmals ohne eine Vorgabe an. Die Herren sehen sich als Favoriten.

Lake Placid - Freie Fahrt ohne großen Druck: Entgegen seiner Gewohnheit verzichtet der ehrgeizige Bob-Bundestrainer Christoph Langen bei der am Freitag beginnenden WM im amerikanischen Lake Placid (bis 26. Februar) auf eine konkrete Medaillenvorgabe.

Dennoch erwartet der Coach seine Athleten angesichts der starken Auftritte in der abgelaufenen Weltcupsaison ganz vorne (SERVICE: Alles zum Wintersport).

"Wir haben kein konkretes Ziel, dafür geht es bei den besten Bobs zu eng zu. Aber wir haben uns maximal vorbereitet und wollen in den Rennen 120 Prozent geben. Was am Ende dabei herauskommt, werden wir sehen", sagte Langen.

"Wir haben eine sehr starke Mannschaft, waren in diesem Winter in der Weltspitze komplett vertreten. Das wollen wir auch bei der WM sein."

Erinnerungen an Königssee

Bei der Heim-WM vor einem Jahr in Königssee hatte der zweimalige Olympiasieger noch Goldmedaillen in allen vier Bob-Wettbewerben gefordert, am Ende sprangen drei Titel heraus.

Diese Bilanz wird auf der schwierigen Bahn am Mount van Hoevenberg aber nur schwer zu wiederholen sein.

"Die Bahn ist überraschend gut präpariert. Aber den Heimvorteil haben wir hier nicht", sagte Langen.

Dennoch gehen gleich zum Auftakt am Freitag im Wettbewerb der Frauen drei Mitfavoritinnen aus Deutschland an den Start.

Martini sucht die Sicherheit

Cathleen Martini spürt nach ihrem ersten Triumph im Gesamtweltcup Rückenwind, doch ihre vor zwei Wochen erlittene Fußverletzung gefährdet die Mission Titelverteidigung.

"Körperlich geht's einigermaßen, aber jetzt muss die Sicherheit im Kopf zurückkommen", sagte die 29-Jährige aus Oberbärenburg.

Bei der in diesem Winter noch sieglosen Sandra Kiriasis (Winterberg) zeigte die Formkurve zuletzt deutlich nach oben.

Schneiderheinze zuversichtlich

Auch Anja Schneiderheinze macht sich Hoffnungen auf Edelmetall.

Die Winterbergerin, die 2006 als Anschieberin von Kiriasis Olympiagold gewonnen hatte, schloss die abgelaufene Weltcupsaison auf dem zweiten Platz ab.

"Bei der WM bin ich eine gute Außenseiterin", sagte Schneiderheinze.

Machata und Arndt auf Aaugenhöhe

Bei den Männern kämpfen Manuel Machata (Potsdam) und Maximilian Arndt (Oberhof) nahezu auf Augenhöhe um Medaillen.

"Die schnellen und harten Bahnen liegen mir, ich will hier um den Sieg mitfahren", sagte Arndt, der mit dem EM-Triumph und dem Gewinn in der Weltcup-Gesamtwertung beider Disziplinen der Shootingstar der Saison ist.

Das war im vergangenen Jahr Machata, der nach schwachem Saisonstart rechtzeitig zu seiner Form zurückgefunden hat.

"Ich war anfangs vielleicht zu verbissen, jetzt habe ich wieder Spaß", sagte der Vierer-Weltmeister.

Florschütz zum Zusehen verdammt

Dritter BSD-Starter ist Junioren-Weltmeister Francesco Friedrich (Oberbärenburg).

Der Olympiazweite Thomas Florschütz, der in den ersten Saisonrennen überragend gefahren war, ist nach seinem Wadenbeinbruch nicht rechtzeitig fit geworden und schaut sich die Rennen vor dem Fernseher an.

"Das wird schmerzhaft, denn ich glaube, ich hätte da alle schlagen können", sagte der 33-Jährige aus Riesa.

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