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Sandra Kiriasis gewann 2006 olympisches Gold in Turin, 2002 Silber in Salt Lake City © imago

Die Gold-Träume der Bob-Pilotinnen werden bei der WM in Lake Placid jäh gebremst. Die Herren starten im Favoritenkreis.

Lake Placid - Der Rückstand ist groß, die Führende überragend, der Sportdirektor skeptisch - doch Sandra Kiriasis hat den Kampf um Gold bei der Bob-WM in Lake Placid noch lange nicht aufgegeben.

"Ich habe Platz eins noch nicht aus den Augen verloren", sagte die Olympiasiegerin von 2006.

Nach zwei von insgesamt vier Läufen weist die Winterbergerin mit Anschieberin Petra Lammert (Neubrandenburg) als Zweite bereits 0,41 Sekunden Rückstand auf die führende Olympiasiegerin Kaillie Humphries auf.

Die überragende Kanadierin fuhr auf der schwierigen Bahn am Mount van Hoevenberg in beiden Durchgängen Bestzeit (SERVICE: Alles zum Wintersport).

"Wir kämpfen um Silber"

Kiriasis verlor im ersten Lauf beim Start wertvolle Zeit, als sie mit ihrer Anschieberin Petra Lammert (Neubrandenburg) den Schlitten aus der Anlaufspur aushebelte.

"Da wollten die beiden zu viel, aber so etwas passiert", sagte Bundestrainer Christoph Langen, der Gold ebenfalls noch nicht abschrieb: "Wir werden kämpfen und Druck machen."

Thomas Schwab, Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), hat die Hoffnungen auf einen deutschen Sieg dagegen fast schon aufgegeben.

"Es wird schwer, jetzt noch um den Sieg mitzufahren, dafür war Humphries auch zu überragend. Aber wir kämpfen verbissen um Silber", sagte Schwab.

Platz drei belegt Lokalmatadorin Elana Meyers (+0,50).

Martini noch immer gehandicapt

Titelverteidigerin Cathleen Martini reihte sich auf Platz vier (+0,73) ein.

Die 29-Jährige aus Oberbärenburg verlor leicht gehandicapt durch ihre vor zwei Wochen erlittene Fußverletzung ebenfalls am Start viel Zeit.

Die Winterbergerin Anja Schneiderheinze belegt zur Halbzeit den achten Rang (+1,08).

Humphries in bestechender Form

Angesichts der Dominanz in der abgelaufenen Weltcupsaison, in der die deutschen Athletinnen Platz eins bis drei in der Gesamtwertung belegt hatten, ist der große Rückstand auf Humphries etwas überraschend.

Allerdings hatte die Kanadierin mit ihren Siegen bei den letzten zwei Weltcuprennen in Calgary und Whistler ihre Goldambitionen eindrucksvoll untermauert.

Langen warnt vor hohen Erwartungen

Auch deshalb hatte Bundestrainer Christoph Langen bereits im Vorfeld vor zu hohen Erwartungen gewarnt und auch kein konkretes Medaillenziel vorgegeben:

"Es wird hier viel schwieriger als bei der Heim-WM vor einem Jahr in Königssee. Die anderen Nationen haben aufgeholt."

Sollte der Sieg tatsächlich an eine ausländische Fahrerin gehen, wäre es erst das dritte Mal seit der WM-Premiere der Frauen im Jahr 2000, dass keine deutsche Bobfahrerin ganz oben auf dem Podest steht.

Als Rekordhalterin kann die dreimalige Weltmeisterin Kiriasis jedoch nicht abgelöst werden.

Arndt und Machata mit guten Aussichten

Die beiden finalen Durchgänge finden am Samstag (ab 23 Uhr/MEZ) statt.

Ebenfalls am Samstag greifen die Männer mit den ersten beiden Läufen im Zweier-Wettbewerb ins WM-Geschehen ein.

Shootingstar Maximilian Arndt (Oberhof) und Vierer-Weltmeister Manuel Machata (Potsdam) rechnen sich dabei Medaillenchancen aus.

Francesco Friedrich (Oberbärenburg) soll als dritter deutscher Starter vor allem Erfahrungen sammeln.

"Manu ist ein verrückter Hund"

"Maximilian und Manuel fahren auf einem gleichen Top-Level. Derjenige, der in allen vier Läufen seinen Schlitten am konstantesten runterbringt, wird am Ende vor dem anderen landen", sagte Bundestrainer Christoph Langen und verglich:

"Max hat am Start leichte Vorteile, aber Manu ist im Eiskanal ein verrückter Hund. Eine Medaille können beide holen."

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